BUND sieht in Car-Sharing Alternative zum eigenen Auto

Verkehr aus einer Hand

Als wichtigen Schritt zu einem attraktiven, umweltfreundlichen Mobilitätsangebot bezeichnet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) das heute von Bahnchef Mehdorn in München vorgestellte Konzept, Bahnfahrten, Car-Sharing und Fahrradverleih aus einer Hand anzubieten. In einem derartigen Umweltverbund sieht der BUND eine Alternative zum eigenen Auto. Kritik übt der BUND am neuen Preissystem der Bahn, wonach die BahnCard nur noch einen Rabatt von 25 Prozent bringen solle.

BUND-Bundesgeschäftsführer Dr. Gerhard Timm sieht in dem Konzept der Bahn AG "Ansätze eines zukunftsorientierten und umweltfreundlichen Mobilitätsdienstleisters". Wenn die Reisenden je nach Ziel und Zweck ihrer Fahrt problemlos zwischen Bahn, Fahrrad, öffentlichem Nahverkehr oder auch Auto wählen könnten, komme das ihren Bedürfnissen nach Mobilität entgegen und schone gleichzeitig die Umwelt."

Für den BUND ist die Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel der zentrale Ansatz, um das steigende Verkehrsaufkommen zu bremsen und in umweltverträgliche Bahnen zu lenken.

Der Verkehrsexperte des BUND, Tilmann Heuser, mahnt: "Wer erst sein Auto gekauft und vor der Haustür stehen hat, denkt kaum noch darüber nach, wie er sein Ziel besser und umweltfreundlicher erreichen könnte. Durch die Verknüpfung von Bahn und Car-Sharing-Angeboten entsteht jetzt eine echte Alternative zum eigenen Auto."

Nach Auffassung des BUND haben viele Reisende bisher vergebens auf ein derartiges Angebot gewartet. Alleine in Deutschland werde das Potential für Car-Sharing auf bis zu sieben Millionen Kunden geschätzt. Wenn sich das neue Konzept der Bahn am Markt durchsetzen könne, sei damit eine erhebliche Reduktion der Belastungen von Mensch und Umwelt durch den Verkehr verbunden.

Nach Ansicht des BUND bedarf das Mobilitätsangebot der Bahn einer zügigen Ausdehnung auf weitere Verkehrsmittel des Öffentlichen Personennahverkehrs und Taxiunternehmen. Auch die Mitnahmemöglichkeiten für Fahrräder in Fernzügen müssten erheblich ausgeweitet werden. Die Kombination verschiedener Verkehrsmittel dürfe zudem nicht auf große Ballungsräume beschränkt bleiben, sondern müsse auch für kleinere Städte weiterentwickelt werden.

Tilmann Heuser, BUND-Verkehrsexperte: "Natürlich gilt auch weiterhin, dass die Bahn ihre Zugverbindungen für die Kunden attraktiver und günstiger gestalten muss. Mit dem neuen Preissystem dürfen die heutigen Bahncard-Besitzer daher auf keinen Fall schlechter gestellt werden als bisher. Erst die Kombination aus günstigem Preis und vielfältigem Angebot kann die Bahncard zur attraktiven und umweltfreundlichen Mobilitätskarte machen."