Düsseldorfer Attentat hat Leben der Juden verändert

Zentralrat der Juden

Ein Jahr nach dem blutigen Bombenanschlag auf einen Düsseldorfer S-Bahnhof hat der Zentralrat der Juden eine nachdenkliche Bilanz gezogen. Das Attentat habe das Leben der Juden in Deutschland verändert, sagte Zentralrats-Präsident Paul Spiegel am Freitag dem Radiosender "FAZ 93.6 Berlin". Es hat "die Juden verunsichert, es hat sie ängstlich gemacht und zum Nachdenken über ihre Situation gebracht", räumte Spiegel ein. Dennoch müsse auch klar gesagt werden, dass es keine Auswanderungswelle in Folge des Anschlags gegeben habe. Deutschland habe inzwischen die größte jüdische Gemeinschaft in West-Europa und sei zudem die am stärksten wachsende.

"Dass sich die Juden in Deutschland niederlassen und jüdische Gemeinden gründen, ist ein Vertrauensbeweis in die Menschen, die Politik und die Demokratie dieses Landes", betonte der Zentralrats-Präsident.

Bei dem Attentat am 27. Juli 2000 waren zehn Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt worden. Eine junge Frau aus der Ukraine verlor ihr ungeborenes Kind. Die Opfer stammen aus der ehemaligen Sowjetunion, mehrere von ihnen sind jüdischen Glaubens.