Mehr Wettbewerb auch für Ortstelefonate schon 2002

Telekommunikation

Die Bundesregierung will nach den Ferngesprächen offenbar auch im Ortsbereich die Betreibervorauswahl (Call-by-Call) einführen. Wie das Wirtschaftsmagazin "Focus Money" am Mittwoch unter Berufung auf einen Brief des Bundeswirtschaftsministeriums an die EU-Kommission vorab berichtete, soll die individuelle Auswahl eines Telefonanbieters im Ortsnetz "so schnell wie möglich" zugelassen werden. Als wahrscheinlichen Termin nannte das Blatt den 1. Dezember 2002.

Vor einer Öffnung auch des Ortsnetzes für Konkurrenten der Deutschen Telekom müsse jedoch das deutsche Telekommunikationsgesetz geändert werden, berichtete das Magazin. Ein entsprechender Referentenentwurf sei für kommenden Monat geplant. Das Kabinett solle demnach bereits im Februar 2002 darüber beschließen. Die erste Lesung im Bundestag sei für April geplant.

Im Streit um die Öffnung der Ortsnetze hatte die EU-Kommission Deutschland bereits eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof angedroht. Die Telekom hat im Ortsbereich derzeit noch de facto ein Monopol mit einem Marktanteil von über 90 Prozent. Bei Ferngesprächen können sich Telekom-Kunden bereits über eine Vorwahl bei anderen Telefonanbietern einwählen.

Die Deutsche Telekom hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf Grund der positiven Entwicklungen im Mobilfunk ein leicht höheres Vorsteuerergebnis erzielt als erwartet. Nach Steuern habe das Unternehmen jedoch - wie bereits angekündigt - einen Milliardenverlust erwirtschaftet, teilte die Telekom am Mittwoch in ihrem vollständigen Zwischenbericht in Bonn mit.

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern erstmals seit dem Börsengang vor fünf Jahren einen Nettoverlust bei einer Umsatzsteigerung von 15 Prozent. Die T-Aktie verlor bereits kurz nach Handelsbeginn 1,7 Prozent auf 18,53 Euro.