Schwule und Lesben "machen Berlin anders"

Christopher Street Day

Unter dem Motto "Wir machen Berlin anders - Weltoffen.Tolerant.Queer." rollt am 22. Juni die bunte Christopher Street Day-Parade durch Berlin. In diesem Jahr fordert die politische Demonstration der Schwulen und Lesben insbesondere eine andere Gesellschafts- und Familienpolitik. Zugleich richte sie sich gegen Diskriminierung, sagte Michael Schmidt von der CSD-Organisation. Dazu gehöre das Adoptionsrecht für eingetragene Lebenspartnerschaften und ein gemeinsames Sorgerecht für Kinder in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften. Es müsse endlich anerkannt werden, dass auch in homosexueller Lebensform Familienleben stattfinde.

Die Karawane mit 80 schrill geschmückten Wagen wird ab Mittag durch die Berliner Innenstadt ziehen. Eröffnet wird das Ereignis von Berlins Justizsenatorin Karin Schubert. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und Verbraucherschutzministerin Renate Künast werden auf dem ersten Wagen fahren, kündigte Schmidt an. Während der Abschlusskundgebung an der Siegessäule wird der Zivilcouragepreis an Frauen vergeben, die ihre Meinung sagen und "auch mal gegen den Strom schwimmen", sagte Schmidt. Zu den Ausgezeichneten gehören in diesem Jahr die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen, die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth und das von drei Frauen gegründete Bündnis "Demokratie jetzt" in Charlottenburg-Wilmersdorf.