Aufschwung in der Werbung ab 2004

Internet wird stärker

Martin Sorrell, Chef der weltgrößten Werbe- und PR-Gruppe WPP, hat bei der World Association of Newspapers in Dublin einen Aufschwung für den problembehafteten Medien- und Werbe-Sektor vorhergesagt. Das berichtet die Financial Times. Allerdings dürfe die Industrie sich keine Wiederholung von einigen "Exzessen" aus der Vergangenheit erwarten, so Sorrell. Die Ursache für den Auftrieb sieht Sorrell in den Olympischen Spielen in Athen, in der europäischen Fußballmeisterschaft sowie in der Präsidentenwahl in den USA.

Nach drei Jahren Turbulenzen werde 2004 zwar ein erfolgreiches Jahr für die Branche werden, die Umsätze der 90er-Jahre würden jedoch nie wieder erreicht werden können, so Sorrell. "Wir müssten in die 1920er Jahre zurückgehen, um den 90er- Jahren entsprechende Zustände zu finden, und wir alle wissen, was 1930 passiert ist", erklärt Sorrell. Einen richtigen Boom sieht der einflussreiche Medienexperte erst im Jahr 2008, wenn die Olympischen Spiele in Peking und eine weitere US-Wahl anstehen.

Sorrell warnte außerdem davor, die Kraft des Internets zu unterschätzen. Allein im letzten Jahr habe es der Branche eine Milliarde Dollar von insgesamt sechs Milliarden eingebracht. Der Fehler vieler Firmen mache andere glauben, dass der Web-Boom vorbei sei. Dem widerspricht jedoch Sorrell. Er warnte auch Firmen davor, Preis-Kriege einzusetzen, um ihre Verkäufe anzukurbeln. Stattdessen lobt er jene Medienunternehmen, die trotz der Schwierigkeiten im Sektor in ihre Produkte investierten.