Zentralrat der Juden begrüßt Flick-Spende

"Späte Einsicht"

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die Spende des Millionenerben und Kunstsammlers Friedrich Christian Flick für die Zwangsarbeiter-Stiftung begrüßt. Zugleich beklagte der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Niedersachsen, Michael Fürst, aber die "späte Einsicht" des Nazi-Industriellen-Erben. "Dieser Sinneswandel hätte viel früher kommen müssen", sagte Fürst der "Netzeitung". Es sei nicht nachzuvollziehen, warum Flick sich so lange ins Abseits gestellt habe. Die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" in Berlin hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, Flick habe fünf Millionen Euro gespendet.

Flick ist Enkel des Großindustriellen Friedrich Flick, der in der NS-Zeit einer der bedeutendsten Wirtschaftsführer war. Die Präsentation seiner wertvollen Kunstsammlung bis Ende März in Berlin hatte heftige Kontroversen ausgelöst. Kritiker hatten seinem Enkel, dem Sammler Friedrich Christian Flick, unter anderem vorgeworfen, sich nicht am Entschädigungsfonds für NS-Zwangsarbeiter beteiligt zu haben.