Rheinland-Pfalz reagiert genervt auf Vorstoß von RWE

"Zumutung"

Als "Provokation ohne Not und Perspektive" bezeichne die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad das wiederholte Vorpreschen der RWE in Sachen Laufzeit-Verlängerung für das Atomkraftwerk Biblis A. Dieses Vorhaben treffe auf Widerstand der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Gerade vor dem Hintergrund der Rekordgewinne von RWE sei es eine Zumutung auch für die rheinland-pfälzische Bevölkerung, "ausgerechnet beim pannenträchtigsten Reaktor der Bundesrepublik" auf eine Laufzeitverlängerung zu drängen.

Auch wegen der geringeren Sicherheitsstandards zum Beispiel was den Berstschutz gegen Flugzeugabstürze betreffe, sei dieser für RWE wohl der "billigste" Reaktor. "Wir begrüßen hier die klare Position des SPD-Bundesumweltministers, der seine Ablehnung bereits deutlich gemacht hat", so Conrad.

Der Vorstandsvorsitzende der RWE AG, Harry Roels, hatte am Donnerstag gesagt, RWE bekenne sich klar zu Biblis A und B und werde "die vorhandenen gesetzlich abgesicherten Möglichkeiten zur Übertragung von Strommengen und damit zur Verlängerung der Laufzeiten in Anspruch nehmen". Einen Antrag für Biblis A werde man im zweiten Quartal dieses Jahres stellen. Derzeit würden die Antragsvoraussetzungen geprüft.