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Piechs "Ein-Liter-Auto" als Lebenslüge bezeichnet

Ein­fluss auf Modellpolitik

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat VW-Aufsichts­ratschef Ferdinand Piech aufgefordert, künftig keinen Ein­fluss mehr auf die Modellpolitik des Volkswa­gen­­kon­zerns mehr auszuüben. Piech habe dem Wolfsburger Unternehmen "ein Segment von Luxus­autos und Spritfressern aufgezwungen", die dem Umwelt- und Klimaschutz zuwiderliefen und dem Konzern wirt­schaft­­­­l­­ichen Schaden zugefügt hätten. Seine medien­wirksamen PR-Fahrten mit dem Prototyp eines 1-Liter-VW vor einigen Jahren seien lediglich "Ablenkungsmanöver" gewesen, meint der Umweltverband.

Der BUND wirft Volkswagen vor, dass die neuen Autos zu viel klima­schäd­­liches Kohlendioxid (CO2) emittier­ten. Pro Kilometer würden VW-Pkw derzeit durchschnittlich 170 Gramm Kohlendioxid ausstoßen. Das sei mehr als 10 Gramm über dem gegenwärtigen EU-Wert.

Auch der als "wirtschaftlich" und "sparsam" angepriesene Eos benötige durchschnittlich bis zu 9,2 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Dies entspreche 219 Gramm CO2 pro Kilometer. Selbst der verbrauchs­günstigste Eos stoße noch 158 Gramm pro Kilometer aus. Obwohl das Unternehmen 1998 gemein­sam mit ande­ren Auto­kon­zer­nen das Versprechen abgegeben habe, bis 2008 auf 140 Gramm CO2 pro Kilometer zu kommen, sei der Flottenverbrauch neuer VW-Pkw im Vergleich zu 2005 nicht mehr gesunken. Bei Dieselfahrzeugen stiegen die Emissionen seit 2000 sogar wieder. In punkto Sparsamkeit stünden die deutschen Autofirmen inzwischen an drittletzter Stelle in Europa.

Der BUND kritisiert außerdem, dass VW und die anderen deutschen Autokonzerne "vor allem ihre Sprit fressenden Modelle bewer­ben". Eine Analyse der Umweltorganisation habe ergeben, dass der durchschnittliche Verbrauch der am häufigsten angepriesenen Pkw bei neun Litern auf 100 Kilometer liege. Dies entspreche 215 Gramm CO2 pro Kilometer.

"Es gehört zu den Lebenslügen nicht nur von Herrn Piech, sondern aller Manager der Autoindustrie, dass sie in Sonntagsreden ihr Umwelt­gewissen her­aus­stellen und zugleich glänzende Augen bekommen, wenn sie in Spritfressern sitzen", kritisiert die niedersächsische BUND-Vorsitzende Renate Backhaus. "Nicht nur, dass die deutschen Hersteller ihre Selbstver­pflichtung für mehr Klimaschutz igno­rieren. Weil sie ihre Werbemil­lionen vor allem für Spritschleu­dern ausgeben, verhindern sie auch, dass die Kunden sparsame Modelle kaufen. Die Autobosse müssen endlich begreifen, dass Energie­sparen das Kernthema ihrer Produktpolitik sein muss."

Der BUND fordert, dass die Autohersteller mit innovativen Techniken und umweltbewusster Werbung bis 2008 den Durchschnittsverbrauch von Neuwagen auf 5,7 Liter bzw. 140 Gramm CO2 senken. Spätestens 2012 sollten dann weniger als 5 Liter auf 100 Kilometer – dies entspricht 120 Gramm CO2 pro Kilometer - erreicht werden.

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