US-Präsident Bush verlangt von Merkel die Unterstützung Deutschlands

Iran & Sudan

US-Präsident George W. Bush erhofft sich beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 9. November auf seiner Ranch im texanischen Crawford in mehreren Punkten Unterstützung von Deutschland. Bush sagte in einem RTL/n-tv-Interview: "Wir brauchen definitiv die Hilfe Deutschlands bei Problemen wie Iran, damit wir diese Angelegenheit diplomatisch lösen können. Wir brauchen Deutschlands Hilfe zum Beispiel in Darfur." Deutschland sei ein entscheidendes Land, wenn es darum gehe, "Bündnisse gegen die Bedrohungen aufzubauen, die vor uns liegen".

Zum Streit um das iranische Atomprogramm sagte Bush: "Ich glaube fest daran, dass wir das Problem diplomatisch lösen können, und werde weiter daran arbeiten. Und das wird ein wichtiges Thema im Gespräch mit der Kanzlerin."

Der US-Präsident betonte, seine kürzliche Warnung vor dem Risiko eines dritten Weltkrieges sei "absolut ernst" gemeint gewesen, er habe aber nie gesagt, er sei für einen solchen Krieg.

Bush sagte, er sei "zufrieden" mit den Beziehungen zwischen Washington und Berlin. In der Diskussion um einen ständigen Sitz Deutschlands im Weltsicherheitsrat wolle er aber auch in Zukunft keine explizite Stellung beziehen. "Das einzige Land, das ich unterstützt habe, ist Japan, und das ist langjährige Politik der USA, an die ich mich halte", sagte der US-Präsident.

Zugleich zeigte Bush Verständnis für die Vorbehalte in Deutschland, Bundeswehrtruppen in den Süden Afghanistans zu entsenden. Er werde nicht versuchen, die Kanzlerin "in eine Position zu drängen, in der weder sie noch der Bundestag sich wohl in ihrer Haut fühlen".