Kombilohn-Modell

Ifo-Chef: unzureichender Entwurf der Bundesregierung

Der Chef des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Werner Sinn, lehnt das von der Bundesregierung geplante Kombilohn-Modell als unzureichend ab. Das Modell setze zwar an der richtigen Stelle an, schreibt Sinn in einem Gastbeitrag für die "Financial Times Deutschland" vom Mittwoch. "Doch um einen funktionierenden Niedriglohnsektor in Deutschland zu schaffen, müssen Fehlanreize beseitigt werden", heißt es in dem Beitrag. Dazu seien umfassende Reformen nach US-Vorbild nötig.

Die Subventionierung der Arbeit, wie sie mit dem so genannten Mainzer Modell geplant sei, helfe das Problem zu lindern, schreibt Sinn weiter. Sie senke die Anspruchslöhne, zu denen die Betroffenen bereit seien, Arbeit aufzunehmen. "Wenngleich das Mainzer Modell vom Grundsatz her an der richtigen Stelle ansetzt, sind die von ihm ausgehenden Fehlanreize gravierend", kritisierte der ifo-Chef.

Zwar lohne es sich, die Förderschwelle durch Mehrarbeit oder eine Qualifizierung, die zu höheren Löhnen führe, zu überspringen, erklärte Sinn. Wenn man sich aber bereits im Förderbereich befinde, sei es kaum noch sinnvoll, weitere Anstrengungen zu unternehmen. "Für eine wirkliche Verbesserung der Arbeitslosenzahlen ist die Schaffung neuer Niedriglohntarife in den Lohnverhandlungen oder doch zumindest die Aufhebung der Gemeingültigkeit der Tarifvereinbarungen daher eine unerlässliche Voraussetzung", forderte Sinn.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!