Atommülllagerung

RWE verlangt Zwischenlager in Gundremmingen für den weiteren AKW-Betrieb

Auf eine Frage des Journalisten J. Bigelmayr der Günzburger Zeitung hat der zuständige RWE-Vorstand Jäger im Interview „Ohne Zwischenlager kein Weiterbetrieb in Gundremmingen“ (GZ vom 13.7.02) die Katze aus dem Sack gelassen. Der „Energiewende atomkraftfreies Schwaben e.V.“ verweist darauf, dass RWE das beantragte Atommüll-Lager will und braucht, sonst könne Gundremmingen abgeschaltet werden. Mit dieser Äußerung des RWE-Managers werde endlich Klarheit geschaffen, da bisher der Bevölkerung eingeredet wurde, es gebe woanders genügend Zwischenlager.

Seit Beginn der Nutzung der Kernenergie sind in Deutschland knapp 10.000 Tonnen abgebrannte und erst dadurch tödlich radioaktive Brennelemente erzeugt worden. Die meisten Tonnen befinden sich zur Zeit in den Abklingbecken der Kernkraftwerke sowie in den Lagerhallen der zwei Plutoniumfabriken („WAA“) in La Hague bzw. Sellafield.

Jeder der zwei Blöcke in Gundremmingen produziert täglich rund 85 Kilogramm weiteren tödlichen Brennelementemüll, Gundremmingen insgesamt etwa 53 Tonnen im Jahr. Die beiden vorhandenen Zwischenlager in Gorleben (3.800 T.) und Ahaus (3.960 T.) können zusammen knapp 8.000 Tonnen aufnehmen. Das Gundremminger Lager soll laut RWE-Plan 2250 Tonnen aufnehmen. Dieser Müll hat allerdings infolge des stärkeren Abbrandes sogar mehr Radioaktivität als die für bald doppelt so viele Tonnen ausgelegten Lager in Ahaus und Gorleben.

Mit rund 100 Gigawatt (GW) Kraftwerkskapazität in Deutschland, davon etwa 23 GW Kernenergie, und einer maximalen Stromnachfrage von etwa 72 GW könnte Deutschland nach Auffassung der Initiative sofort aus der Kernenergie aussteigen. Dies erforderte allerdings energische CO2-Einsparungen, um unser Klima nicht zu vergiften, schreibt Raimund Kamm, Vorsitzender der „Energiewende“.

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