Krasse Unterschiede
Unicef fordert Bekämpfung der Kinderarmut wie in Schweden
"Die Regierungen haben es selbst in der Hand, ob Kinder in Armut aufwachsen müssen. Sie können ihre großen Probleme wie Arbeitslosigkeit nur in den Griff bekommen, wenn sie Kinder vor Ausgrenzung und Benachteiligung insbesondere bei der Ausbildung bewahren", sagte Peter Adamson, der Autor der internationalen Unicef-Studie.
Die UNICEF-Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen der Höhe staatlicher Aufwendungen und der Kinderarmut. In Ländern wie den USA und Italien, die weniger als fünf Prozent ihres Bruttosozialprodukts in Sozialleistungen investieren, leben über 15 Prozent der Kinder in relativer Armut. Staaten, die wie Dänemark, Schweden, Finnland oder Belgien mehr als zehn Prozent ihres Bruttosozialprodukts für Sozialleistungen ausgeben, schaffen es durchweg, Kinderarmut auf unter zehn Prozent zu drücken.
Doch die Höhe der Sozialausgaben allein entscheidet nach Angaben von Unicef nicht allein über das Ausmaß von Kinderarmut. So geben zehn OECD-Länder, darunter auch Deutschland, einen ungefähr gleich hohen Teil ihres Bruttosozialprodukts - zwischen sieben und zehn Prozent - für die soziale Absicherung von Familien aus. Trotzdem gibt es zwischen diesen Ländern beträchtliche Unterschiede bei der Armutsrate: Sie variiert von 3,4 Prozent in Norwegen über 10,2 Prozent in Deutschland bis zu über 15 Prozent in Neuseeland und Großbritannien. "Oft fließen Sozialausgaben aber vorwiegend in Altersvorsorge und das Gesundheitssystem."
Für die Reduzierung von Kinderarmut muss nach Auffassung von Unicef jede Regierung Ziele und Zeitvorgaben festsetzen: Eine ähnliche Ausgangslage wie in Deutschland gebe es in Schweden. "Mit seiner Sozialpolitik schafft es der Staat dort, Kinderarmut auf nur 3,4 Prozent zu senken, das ist ein Drittel der Rate in Deutschland."
Jedes zehnte Kind in der Bundesrepublik lebe in relativer Armut, sagte Schlagintweit. Dies seien mehr als 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Alarmierend sei die überdurchschnittliche Armut von Kindern Alleinerziehender und aus Zuwandererfamilien. 40 Prozent der Kinder Alleinerziehender sind arm. Unter Kindern aus Zuwandererfamilien verdreifachte sich in den neunziger Jahren die Armutsrate von fünf auf 15 Prozent. Dieser Zuwachs trägt maßgeblich zum Gesamtanstieg bei.
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Am 01. Mär. 2005 unter:
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