Atomtransport wird mit Demonstrations-Verboten "geschützt"

Atomstaat

Atomkraftgegner erwarten auf der Großdemonstration am Samstag in Lüneburg rund 10.000 Teilnehmer. Sie wenden sich gegen den bevorstehenden Atomtransport in das Zwischenlager in Gorleben Anfang nächster Woche. Der Staat versucht verschiedene Demonstrationen und Proteste durch Verbote zu erschweren. Die Bezirksregierung Lüneburg verbot eine für den Sonntag geplante Demonstration mit 6.000 Teilnehmern in Splietau. Dagegen klagte die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg beim Verwaltungsgericht Lüneburg mit einem Eilantrag. Auch der Fall eines geplanten Camps von Atomkraftgegnern bei Govelin beschäftigt noch die Richter. Es war bereits am Donnerstag verboten worden. Die ersten DemonstrantInnen haben bereits Camps in der Region aufgebaut.

Am Freitag waren 58 Protest-Veranstaltungen angemeldet, wie die Sprecherin der Bezirksregierung, Hilke Mammen, mitteilte. Verschiedene Camps von Atomkraftgegnern seien untersagt worden. Bestätigungen gebe es dagegen für ein Lager in Hitzacker am See für 350 Demonstranten und ein weiteres in Breese in der Marsch für 1.500 Teilnehmer.

Neben den Verboten wartet der Staat erneut mit einer massiven Polizeipräsenz auf. Teile der 15.000 Polizisten starken Sicherungsgruppe bezogen ihre Quartiere in den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg. Am Freitag soll es laut Agenturberichten zu ersten Auseinandersetzungen zwischen Atomgegnern und der Polizei gekommen sein.

Die bei einem Brandanschlag beschädigte Bahnbrücke auf der Strecke des Castortransportes ist repariert. Bahn-Sprecher Hans-Jürgen Frohns sagte, die Schweiß- und Montagearbeiten seien abgeschlossen. Die Brücke sei ab Samstag wieder befahrbar. Die Kosten für die Instandsetzung beziffert die Bahn auf knapp eine Million Mark.