Störfall im AKW Beznau

Kritik am Ausbau der Atomenergie

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat den Vorschlag des Vorsitzenden der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, zum Ausbau der Atomenergie zurückgewiesen. Nur erneuerbare Energien, Energieeinsparungen und die Erhöhung der Energieeffizienz durch Kraft-Wärme-Kopplung seien zukunftsfähig. Einer der Reaktoren des Atomkraftwerkes Beznau in Döttingen hatte sich am Dienstagnachmittag unerwartet ausgeschaltet. Ein inzwischen behobener Pumpenausfall beim Wiederanfahren von Block 2 nach der Jahresrevision sei die Ursache gewesen. "Bei Herrn Schmoldt scheinen in der Sommerhitze sämtliche Sicherungen durchgebrannt zu sein.", vermutet BUND-Energiereferent Walter Jungbauer.

Er verkürze die Nachteile der Atomkraftnutzung allein auf die Kühlprobleme heiß gelaufener Meiler. Von dem Millionen Jahre strahlenden Atommüll, der ungelösten Endlagerfrage, den Gefahren von Atomunfällen oder terroristischen Anschlägen auf Atomkraftwerke mit schlimmen Folgen für dichtbesiedelte Regionen scheine er noch nie was gehört zu haben. Die Bundesregierung müsse Herrn Schmoldt in die Schranken weisen. Ein Umbau der Energieversorgung sei der beste Weg zum Klimaschutz und schaffe viele neue Arbeitsplätze.

Beim Hochfahren des Reaktors im Atomkraftwerke Beznau sei eine Speisewasserpumpe ausgefallen. Die zugehörige Reservepumpehabe sich ebenfalls nicht eingeschaltet. Ursache für die Ausfälle wären ein falsch gestellter Schieber und ein defekter Manometer gewesen. Die Fehler sei umgehend behoben, die Anlage freigegeben und am späten Abend wieder angefahren worden, teilte die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) am Mittwoch mit.