Massive Proteste gegen NATO-Sicherheitskonferenz

Scharfe Kritik an Polizeigewalt

Tausende Menschen protestierten am Samstag in München gegen die NATO-Sicherheitskonferenz. Transparente mit Aufschriften wie "Keine EU-Aufrüstung" und "Stoppt die Kriegstreiber" prägten das Bild der Innenstadt. Nach offiziellen Angaben nahmen rund 6 000 Aktivisten an der Demonstration teil, die Veranstalter sprachen von 10 000 Teilnehmern. Insgesamt 3 500 Polizeikräfte sicherten die Tagungsstätte, das Hotel Bayerischer Hof. Verschiedene Institutionen warfen den Polizisten brutales Vorgehen und Willkür gegen Demonstranten und Journalisten vor.

Das massive Polizeiaufgebot verhinderte, dass Demonstranten den Tagungsort erreichen konnten. Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) zeigte sich zufrieden. Er sagte, die "bayerische Linie der Deeskalation durch Stärke" habe sich bewährt.

Insgesamt nahm die Polizei an diesem Wochenende 74 Personen fest. 177 Personen befanden sich zumindest kurzfristig in Polizeigewahrsam.

Nach den Demonstrationen warfen die Veranstalter der Polizei ein "brutales" Vorgehen vor. Eine Sprecherin kritisierte, auf junge Protestierer sei mit Schlagstöcken eingeprügelt worden.

Auch die Gewerkschaft ver.di kritisierte das Vorgehen der Polizei. Es sei zu "Attacken" gegen Journalisten gekommen, beklagte eine Sprecherin. Gegen einzelne Polizisten werde nun Strafanzeige erstattet.