Bayer macht Gewinn mit umstrittener Mode-Diät

Pharmaindustrie

Der Umsatz von Nahrungs-ergänzungs-mitteln boomt. So hat der im Frühjahr vom Pharmariesen Bayer herausgebrachte Vitamin-Cocktail "One-A-Day CarbSmart" bis jetzt bereits drei Millionen US-Dollar Umsatz eingebracht. Er ist speziell als Nahrungsergänzungspräperat für Kohlenhydratreduzierte Diäten (typischer Vertreter "Atkins"-Diät) designt. Reizvoll wird diese Diät durch ihr untypisches Ernährungsmuster. Verzichtet wird auf Obst und Brot, Hauptbestandteil hingegen sind fettige Lebensmittel und Fleisch. Philipp Mimkes von der Coordination gegen Bayer-Gefahren kritisiert die Unternehmenspolitik: "Natürlich wissen die Verantwortlichen bei Bayer, dass die Atkins-Diät gesundheitsschädlich ist und dass Vitaminpräparate niemals eine ausgewogene Ernährung ersetzen können. Doch der Pharma-Industrie ist die Gesundheit der Betroffenen herzlich egal - solange die Umsätze stimmen." Die Initiative fordert eine Verschreibungspflicht sowie strenge Kontrollen aller Nahrungs-Ergänzungsmittel.

Die "Atkins"-Diät, benannt nach dem Mann der das Ernährungskonzept aus den 70er Jahren wiederbelebte und überarbeitete, hat inzwischen alleine in Amerika rund 40 Millionen Anhänger. Ihre Grundphilosophie darin besteht sich im Wesentlichen von Fleisch, Eiern und tierischen Fetten zu ernähren. "Clou" an der ganzen Sache ist der massive Verzicht auf Kohlenhydrate, wodurch der Körper gezwungen werden soll nach kurzer Zeit die ihm eigenen Fettreserven zu verbrauchen. Klingt verlockend für Menschen die sich vorstellen können fast völlig auf Kartoffeln, Nudeln, Brot und Obst zu verzichten, oder wahlweise auf die Produkte des inzwischen gewaltigen Atkins-Konzerns umzusteigen. Allein in den USA finden sich 19507 Atkins-Shops, hinzu kommen Ableger in Kanada und Puerto Rico.

Abgesehen von der Nierenbelastung, die sogar Gichtanfälle verursachen kann ist auch die massive Einnahme von Nahrungsergäzungsmitteln nicht gesund. So schrieb Stiftung Warentest schon vor zwei Jahren : "Die empfohlenen Mengen für zusätzliche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente liegen zum Teil über den als unbedenklich geltenden Höchstmengen. ... Fazit: Lassen sie aus Gesundheitsgründen die Finger davon."