Noch mehr deutsche Soldaten bleiben noch länger in Afghanistan

Strukturfragen einer Armee

Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) spricht sich für ein erweitertes Bundestagsmandat für Afghanistan aus. Das neue Mandat sollte den gesamten Norden des Landes umfassen, sagte Struck am Dienstag bei einem Truppenbesuch in Kabul. Auch die bisherige Obergrenze von 2250 Mann sollte mindestens um 250 Mann angehoben werden. Damit wäre Deutschland dann in der Lage, auch die anderen Nordprovinzen zu übernehmen, in denen bislang Großbritannien aktiv ist. Derzeit sind in Kabul 1400 deutsche Soldaten der "Internationalen Schutztruppe für Afghanistan" (ISAF) stationiert.

Auch der sicherheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Winfried Nachtwei, sprach sich für eine Ausweitung des Mandats aus. Struck sprach mit dem afghanischen Verteidigungsminister Abdel Rahim Wardak über eine Zusammenarbeit mit der neuen afghanischen Nationalarmee. Deutschland möchte die afghanischen Armee, die 70.000 Mann umfassen soll, in Strukturfragen beraten.

Struck möchte den im Januar 2002 gestarteten Bundeswehreinsatz längere Zeit fortsetzen. Es werde noch eine längere Präsenz Deutschlands im Rahmen der multinationalen Brigade erforderlich sein, betonte der Minister. Das nächste wichtige Datum seien die Parlamentswahlen im September. Hier werde sich auch die Glaubwürdigkeit von Karsai erweisen müssen.

Insgesamt umfasst die ISAF-Truppe 8000 Soldaten. Hinzu kommen gut 18.000 Soldaten der USA, die vor allem im Süden Afghanistans ihrer weitgehend unklaren Tätigkeit nachgehen. In den für die Öffentlichkeit bestimmten Äußerungen ist jetzt vor allem von einem "Anti-Drogenkampf" als Aufgabe die Rede.