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Südwest-CDU verärgert über Merkel

"Unsägliche Kampagne"

Die öffentliche Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel am baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger (beide CDU) wegen dessen Äußerungen zu seinem verstorbenen Amtsvorgänger Hans Filbinger sorgt bei Funktionären der Südwest-CDU für massiven Ärger. "Wir stehen weiterhin zu Oettinger, ohne Wenn und Aber", sagte der Vorsitzende der baden-württembergischen CDU-Landesgruppe im Bundestag, Georg Brunnhuber, dem "Handelsblatt".

Generell sei die Kritik an Oettinger unberechtigt, meint Brunnhuber: "Jedes Wort war richtig, da kann man nur fünf Ausrufezeichen dahinter machen." Es sei "höchste Zeit" gewesen, dass Oettinger nach der "unsäglichen Kampagne" gegen Filbinger an dessen Grab "deutlich gemacht hat, was Sache ist", sagte Brunnhuber.

"Alle, die sich aufgeilen in Sachen Filbinger, müssen wissen: Am Grabe sind alle Anfeindungen vorbei", so der CDU-Politiker. Es sei "komisch, dass es immer nur die CDU-Leute trifft." Von der SPD habe er keine Kritik an dem Schriftsteller Günter Grass vernommen, der Mitglied der Waffen-SS gewesen sei. "Das wird akzeptiert: Die Linken dürfen bei der SS gewesen sein."

Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ erklären, sie habe mit Oettinger telefoniert und ihm gesagt, "dass ich mir gewünscht hätte, dass neben der Würdigung der großen Lebensleistung von Ministerpräsident Hans Filbinger auch die kritischen Fragen im Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus zur Sprache gekommen wären". Sie hätte sich dies "insbesondere im Blick auf die Gefühle der Opfer und Betroffenen" gewünscht.

Die baden-württembergische FDP-Chefin Birgit Homburger begrüßte die Klarstellung Merkels. "Das war richtig, weil es in erster Linie eine Angelegenheit der CDU ist", sagte Homburger. Sie forderte Oettinger auf, die Sache selbst klarzustellen. Die FDP hätte erwartet, dass der Ministerpräsident es "bei der geschichtlichen Realität" belasse. Es nütze niemandem, "sich auch nur dem Verdacht der Geschichtsklitterung auszusetzen".

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