Anklage wegen angeblicher Gründung einer "terroristischen Vereinigung im Ausland

Guerillakrieg im Sudan

Die Bundesanwaltschaft hat am 19. September 2007 beim Staatsschutzsenat des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts Anklage gegen den jordanischen Staatsangehörigen Thaer A. erhoben. Dem 33 Jahre alten Angeschuldigten wird in der zwischenzeitlich zugestellten Anklageschrift zur Last gelegt, zwischen Anfang Juni und Anfang Juli 2006 zusammen mit vier weiteren Personen eine "terroristische Vereinigung" im Ausland gegründet zu haben. Ziel der Vereinigung sollte sein, im Sudan eine Front gegen die "Kreuzritter" aufzubauen und den Jihad gemäß einer Aufforderung von Usama bin Laden durch Begehung schwerster Straftaten in die Tat umzusetzen, teilte die Bundesanwaltschaft am 16. Oktober mit. "Hierzu sollte im Sudan ein Trainingslager eingerichtet werden, um dort Freiwillige für den Jihad auszubilden und so auf einen von der Vereinigung erwarteten Guerillakrieg vorbereitet zu sein."

Die Gründungsmitglieder, zu denen auch der gesondert verfolgte Redouane E. H. aus Kiel gehöre, beabsichtigten nach Darstellung der Bundesanwaltschaft arbeitsteilig vorzugehen. "Aufgabe des Angeschuldigten war es insbesondere, sich um Finanzierungsfragen und Geldtransfers zu kümmern. Überdies war er in die Rekrutierung weiterer Gruppenmitglieder und Unterstützer eingebunden."

Gegen Redouane E. H. wurde bereits am 25. April 2007 Anklage zum Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht wegen des Verdachts der Gründung einer terroristischen Vereinigung im Ausland und anderer Tatvorwürfe erhoben. Der Prozess gegen ihn dauert seit dem 25. Juli 2007 an.

Mit dem marokkanischen Staatsbürger Abdelali M. wurde am 15. Mai 2007 außerdem ein mutmaßlicher "Helfer" der Vereinigung aus Schweden überstellt.

Der Angeschuldigte selbst ist seit dem 19. März 2007 in dieser Sache in Haft. In Schweden aufgrund eines Europäischen Haftbefehls vorläufig festgenommen, befand er sich zunächst in Auslieferungshaft, seit seiner Überstellung am 4. April 2007 befindet er sich in Untersuchungshaft.

Die USA, europäische Staaten und China konkurrieren im Sudan um den Zugang zu den Ölquellen. Die sudanesische Zentralregierung macht insbesondere Geschäfte mit China. Westliche Staaten stützen Rebellenorganisationen im Süden und in der Provinz Darfur. Zudem bedrohen sie der Zentralregierung mit Sanktionen und "internationalen" Truppen.