Hitzewelle beweist: Klimaschutz auch im Verkehrsbereich unumgänglich

Klimawandel

Angesichts der jüngsten Rekordhitze in Europa warnt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) vor den Folgen des menschengemachten Klimawandels und fordert stärkere Anstrengungen für den Klimaschutz im Verkehrsbereich. Gemessen am Klimaschutzziel der Bundesregierung, nach dem die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2005 im Vergleich zu 1990 um 25 Prozent gesenkt werden sollen, liege der Verkehr mit rund 170 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr immer noch ein Viertel über dem Soll.

Monika Ganseforth, Mitglied im VCD-Bundesvorstand: "Während sich bei Energieerzeugung und Wärmedämmung erste Erfolge der Klimaschutzanstrengungen bemerkbar machen, ist der Verkehr immer noch meilenweit vom Minderungsziel der Bundesregierung entfernt. Fortschritte in der Technologie werden durch die stetig wachsende Zahl von Fahrzeugen aufgefressen. Die aktuelle Rekordhöhe von 45 Millionen zugelassenen Pkw macht dies erschreckend deutlich."

Der VCD fordert daher, die Anstrengungen zum Klimaschutz im Verkehrsbereich erheblich zu verstärken. Die Einführung eines europaweiten Grenzwertes für das Treibhausgas CO2 von 120 Gramm pro Kilometer für Pkw sei ebenso erforderlich wie die langfristige Fortführung der Ökosteuer auf nationaler Ebene. Gleichzeitig müsse der Umweltverbund aus Bus, Bahn, Fahrrad und Zu-Fuß-Gehen deutlich gestärkt werden. Ganseforth: "Es bedarf eines ganzen Bündels von Maßnahmen, um den Ausstoß von Treibhausgasen auf der Straße und in der Luft schnell und kontinuierlich zu senken."

So seien auch hohe Wachstumsraten in bestimmten Bereichen des Flugverkehrs bedrohlich für das Klima, da sich die Emissionen gerade in großen Höhen als besonders klimawirksam erwiesen hätten. Eine angemessene Besteuerung von Kerosin, emissionsabhängige Start- und Landegebühren sowie die Aufhebung der Mehrwertsteuerbefreiung bei internationalen Flügen sind nach Ansicht des VCD daher dringend geboten.

Maßgebliche Klimaforscher betrachten die Wetterextreme der letzten Jahre wie auch die diesjährige Rekordhitze als Vorboten des Klimawandels, der dramatische ökologische, soziale und wirtschaftliche Folgen mit sich bringe. Als Hauptursache für den Klimawandel werde der Anstieg von Kohlendioxid in der Atmosphäre aufgrund menschlicher Aktivitäten angesehen. Da der Verkehr beim Verbrauch von Primärenergie mit rund einem Fünftel des gesamten Energieverbrauchs vor den Bereichen Haushalte, Industrie und Handel an der Spitze liege, komme der notwendigen Reduzierung von CO2 in diesem Bereich besondere Bedeutung zu.