Stromwirtschaft ist Würdigung nicht wert

Sorgenkind beim Klimaschutz

Die Umweltorganisationen Greenpeace, NABU, das Forum Umwelt und Entwicklung und der WWF kritisieren die Würdigung der Stromwirtschaft durch das Bundeswirtschaftministerium als reine Augenwischerei. Im Mittelpunkt stand dabei das Klimaschutzengagement im Rahmen der Kampagne "Effiziente Stromnutzung in privaten Haushalten". Ebenso gut könne man die Süßwarenindustrie für ihre Verdienste um die Zahngesundheit würdigen, kritisierten die Umweltschützer. Die Stromwirtschaft gehöre in Sachen Klimaschutz zu den absoluten Sorgenkindern in Deutschland und könne seit 1990 gerade mal auf CO2 Reduktionen von mageren fünf Prozent verweisen. Dies sei im Vergleich zur sonstigen Industrie weit unter Durchschnitt.

Gerade die Stromwirtschaft habe in den vergangenen Jahren keine Gelegenheit ausgelassen, anspruchsvolle Klimaschutzinstrumente zu bekämpfen.

Bei der jetzt vom Wirtschaftsministerium gelobten Aktion handele es sich um eine mehr als 13 Millionen Euro teure Kampagne der Deutschen Energieagentur (dena), die von der deutschen Energiewirtschaft mit acht Millionen Euro und mit fünf Millionen Euro von der DBU und verschiedenen Ministerien finanziert wurde. Da kein Monitoringbericht über die erzielten CO2-Reduktionen existiere, stelle sich die Frage was hier überhaupt gewürdigt würde.

Die Stromsparaktion sei als ein Mosaikstein von der Energiewirtschaft kreiert worden, um die ursprünglich von der Regierung geplante zielführende Quote für Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zu kippen, so die Kritik. Eine Million Tonnen CO2 sollten bis 2005 und zwei Millionen Tonnen CO2 bis 2010 durch diese Kampagne reduziert werden. Ob diese Ziele erreicht werden, sei zweifelhaft, immerhin müßten nur durch diese Kampagne 25 Prozent des deutschen Standby-Verbrauchs reduziert werden.

"Erfolge kann man feiern, wenn man im Ziel angekommen ist und nicht mitten im Rennen, zumal wenn sich abzeichnet, dass es große Probleme bereitet, überhaupt ins Ziel zu gelangen." so die Umweltverbände einvernehmlich.