Staatsschauspiel spielt "Dresdner Weber" als "Hommage à Hauptmann"

"Hartz IV"

Nach dem Aufführungsverbot für die Dresdner Inszenierung des Gerhart-Hauptmann-Stücks "Die Weber" nimmt sich das Staatsschauspiel des Stoffes auf eigene Art an. Die Bühne wird ab 14. Februar die "Dresdner Weber" als eine "Hommage á Hauptmann" auf die Bühne bringen, wie Intendant Holk Freytag am Donnerstag ankündigte. Man sei dabei der Überzeugung, "im Geiste Hauptmanns zu handeln", betonte er. Dramaturg und Co-Autor Stefan Schnabel sagte, das neue Stück enthalte den kompletten Text des umstrittenen "Chors der Arbeitslosen" und kombiniere diesen mit historischen Quellen zum schlesischen Weberaufstand von 1844 sowie mit Texten von Heinrich Heine, Johann Wilhelm Wolf, Karl Marx und Johann Wolfgang von Goethe.

Schnabel betonte, das Haus werde sich an sämtliche urheberrechtlichen Vorgaben halten und die Inszenierung gemeinsam mit einem Anwalt erarbeiten. Ob dabei ein Stück, eine Collage oder ein Projekt entstehe, lasse sich noch nicht absehen. Regisseur Volker Lösch werde am 10. Februar nach Dresden kommen, dann sollen die "Dresdner Weber" in fünf Tagen entstehen.

Die in der Dresdner Inszenierung angesprochenen Themen Arbeitslosigkeit, "Hartz IV" und Rechtsextremismus seien zu wichtig, um sie nicht im Theater aufzugreifen, betonte Freytag. Bei "Dresdner Webern" handele es sich nicht um eine Ersatzinszenierung, sondern nur um eine Fassung, die so lange gespielt werde, bis die Bühne die umstrittene Inszenierung von Regisseur Lösch wieder spielen dürfe.

Das Berliner Landgericht hatte dem Staatsschauspiel weitere Aufführungen der "Weber"-Inszenierung von Lösch untersagt. Mit dem Einfügen von Passagen eines "Chors der Arbeitslosen" verstoße das Theater gegen das Urheberrechtsgesetz. Das Staatsschauspiel hat Berufung gegen dieses Urteil eingelegt.