CDU auf dem Weg zurück ins Atomzeitalter

Greenpeace-Protest

Bei der abschliessenden Beratung der CDU/CSU zum Wahlprogramm am heutigen Montag mussten sich die Parteispitzen auch mit der ungeklärten Atommüllproblematik auseinandersetzen, denn Greenpeace-Aktivisten entrollten am Gebäude ein Banner mit der Aufschrift: "CDU: Kein Rückfall ins Atomzeitalter!". Ausserdem umstellten 40 Umweltschützer den Tagungsort mit hunderten von gelben Atommüllfässern.

Wenn Angela Merkel von Laufzeitverlängerungen für deutsche Atomkraftwerke rede, meine sie einen Wiedereinstieg in eine gefährliche und unsinnige Technik, sagt Thomas Breuer, Atomexperte von Greenpeace. "Die von den Christdemokraten ins Spiel gebrachte 'Option auf eine langfristige Nutzung der Kernenergie' ist nichts anderes als ein erstes Planspiel für den Neubau von Atomkraftwerken in unserem Land", so Breuer.

Ein Indiz dafür sei, dass die CDU-Fraktion jüngst den "zukünftigen Energierohstoff Thorium" propagiert habe. Das radioaktive Thorium erfordere jedoch ganz andere Atomkraftwerke, als derzeit in Deutschland laufen.

"Die CDU ignoriert die Gefahren, die von der gefährlichen Atomtechnik und dem strahlenden Erbe für jetzige und auch kuenftige Generationen ausgeht", so Breuer. Völlig unbeachtet bleibt bei den Christdemokraten auch die Gefahr von Terroranschlaegen auf deutsche Atomkraftwerke. Diese sind nur wenig geschützt und bieten Terroristen ein leichtes Ziel.

"Die Energiepolitik darf nicht wieder zu einer Frage der politischen Couleur werden. Alle Parteien muüsen zur Kenntnis nehmen, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland keine Atomkraftwerke will und das aus gutem Grund," so Breuer.