Behindertenbeauftragte wirft Arbeitsagentur Vernachlässigung Behinderter vor

Für Antidiskriminierungsgesetz

Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karin Evers-Meyer, unternimmt einen neuen Vorstoß für ein Antidiskriminierungsgesetz. Es schockiere sie jedes Mal aufs Neue, in welcher Form zum Beispiel Behinderte von Diskriminierungen betroffen seien, sagte die Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das gelte insbesondere für das Tourismus- und Beherbergungsgewerbe, aber auch für Versicherungen und Banken. Auch der Bundesagentur für Arbeit warf Evers-Meyer eine Vernachlässigung behinderter Menschen vor.

Evers-Meyer forderte, derartige Praktiken mit gesetzlichen Maßnahmen zu unterbinden. "Ich trete daher weiterhin offensiv für die schnelle Umsetzung der EU-Antidiskriminierungsrichtlinie ein", sagte sie.

Evers-Meyer warf der Bundesagentur für Arbeit eine Vernachlässigung behinderter Menschen vor. Die Behörde habe sich in den vergangenen Monaten mehr und mehr aus der Eingliederung und Vermittlung behinderter Menschen zurückgezogen. "Wir werden hier die Agentur für Arbeit wieder stärker in die Pflicht nehmen müssen", kündigte Evers-Meyer an.

Die Bundesbeauftragte stellte zugleich die Kompetenz der Behörde im Umgang mit Behinderten in Frage. "Den Bearbeitern vor Ort fehlt oftmals einfach die nötige Sachkenntnis", meint Evers-Meyer.