"Tornado"-Aufklärungsflüge vor allem im Süden Afghanistans

"Umfassendes Lagebild"

Die "Tornado"-Aufklärungsflugzeuge der Bundeswehr haben nach Angaben der Bundesregierung bisher die meisten Einsätze über dem hart umkämpften Süden Afghanistans geflogen. Insgesamt seien die "Tornados" in elf Wochen seit dem Beginn ihrer Flüge am 15. April in 194 Aufklärungsmissionen unterwegs gewesen. Das geht aus einem Regierungsbericht für den Zeitraum bis zum 11. Juni hervor. Die sechs "Tornados" sind mit ihren zehn Besatzungen auf dem deutschen Stützpunkt im nordafghanischen Mazar-i-Sharif stationiert.

Nach Angaben von Oberst Thorsten Poschwatta geht es darum, den eigenen und verbündeten Kameraden ein umfassendes Lagebild zu vermitteln. "Wir fliegen in ganz Afghanistan", so Poschwatta. Gegen mögliche Raketenangriffe der Taliban "sind wir mit unseren Abwehrmaßnahmen gut gerüstet", behauptet der Oberst.

Sollten die Besatzungen der "Tornados" wegen eines technischen Defekts ihrer Maschine oder wegen eines Beschusses durch Raketen der Taliban mit dem Schleudersitz aussteigen müssen, wäre ihre Rettung auf dem Boden angeblich sehr schwierig. Die Bundeswehr könne abgeschossene oder abgestürzte "Tornado"-Piloten nicht aus eigener Kraft retten. Sie sei in einem Ernstfall hauptsächlich auf die Hilfe amerikanischer und britischer Helikopter angewiesen.

Die "Tornados" sollen auch in die kleinsten Winkel und Verstecke "hineinspähen" können. Durchschnittlich sollen die Militärflugzeuge viermal pro Tag aufsteigen.