CDU-Abgeordneter Adam wegen Spendenvorwürfen unter Druck

Über 100.000 Euro für Wahlkampf?

Der Greifswalder CDU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Adam gerät wegen Spendenvorwürfen auch parteiintern unter Druck. Wie NDR 1 Radio MV am 24. April berichtete, fürchten Unions-Politiker schwerwiegende Folgen für den Fall, dass Adam vom früheren Chef der arbeitgeberfreundlichen Gewerkschaft AUB, Wilhelm Schelsky, tatsächlich Sachspenden im Wert von mehr als 100.000 Euro angenommen haben sollte. Adam, der wie BundeskanzlerinAngela Merkel zu den vier CDU-Bundestagsabgeordneten aus Mecklenburg-Vorpommern gehört, spricht von einer Wahlkampfunterstützung im fünfstelligen Bereich.

Der Greifswalder CDU-Kreisvorsitzende Egbert Liskow forderte in dem Sender Konsequenzen von Adam. Auch eine fünfstellige Summe sei eine große Zahl, sagte der Landtagsabgeordnete. Das sei nicht nur eine Belastung für den Kreisverband, sondern auch für die Landes- und Bundes-CDU. "Ich würde Herrn Adam bitten, die Sache so schnell wie möglich aufzuklären und seine entsprechenden Konsequenzen zu ziehen", sagte Liskow.

Am 25. April will sich der CDU-Landesvorstand auf einer Sitzung in Neubrandenburg mit dem Vorgang befassen. Sein Amt als CDU-Vize in Mecklenburg-Vorpommern lässt Adam derzeit ruhen, bis Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) die Vorwürfe überprüft hat.

Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge soll Schelsky die Wahlkämpfe von Adam mit Sachspenden im Gesamtwert von mehr als 110.000 Euro unterstützt haben. Ermittler hätten in der Affäre um fragwürdige Zahlungen von Siemens an Schelsky bei Durchsuchungen in dessen Wohnungen und Büros dem Vernehmen nach eine Vielzahl von Belegen gefunden, die den CDU-Politiker belasteten.