Rüstungsgelder für Rau und UNESCO

Sponsoring

Die Deutsche UNESCO-Kommission ließ sich am 11. Juli ihre Festveranstaltung „50 Jahre deutsche Mitgliedschaft in der UNESCO" in Berlin von der Daimler-Chrysler AG sponsern. Daimler-Chrysler ist einer der weltweit führenden Rüstungskonzerne und an der Herstellung und dem Verkauf von Kreigswaffen beteiligt. Die Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), die 1984 den UNESCO-Friedenspreis erhielten, verurteilten das Sponsorship und distanzierten sich von der Veranstaltung. Im Rahmen der Festveranstaltung gab Bundespräsident Johannes Rau im Schloss Bellevue einen Empfang, der trotz der im Vorfeld geübten Kritik ebenfalls von dem Rüstungskonzern finanziert worden war.

Die UNESCO setzt sich seit Jahrzehnte für eine humanitäre Friedenspolitik und den Dialog zwischen den Kulturen ein. Die IPPNW befürchtet, dass die Daimler-Chrysler AG vom Renommee dieser Organisation profitiere, während jene an Glaubwürdigkeit verliere. Zudem werde das Ansehen des von der UNESCO verliehenen Friedenspreises beschädigt.

„Die Kooperation mit einem Profiteur des weltweiten Rüstungsgeschäfts verträgt sich nicht mit dem friedenspädagogischen Auftrag der UNESCO", meint Dr. Peter Hauber von der IPPNW, der zugleich Mitglied des Berliner UNESCO-Komitees ist. Der Verkauf des guten Rufes der UNESCO an einen Waffenhersteller mute zynisch an.

Daimler-Chrysler steuerte für den Empfang des Bundespräsidenten und für die Festveranstaltung der UNESCO im Haus der Kulturen der Welt insgesamt 50.000 DM bei. Der Rüstungskonzern ist „ein wichtiges, höchst seriöses Unternehmen, das in seiner Gesamtheit keine Ziele verfolgt, die mit der UNESCO nicht vereinbar wären", zitiert `„Tagesspiegel Online" <>`_ den Pressesprecher der Deutschen UNESCO-Komission, Dieter Offenhäußer.

Pressesprecher Christoph Habermann aus dem Bundespräsidialamt teilte jetzt Hauber nach dessen Angaben in einem Telefonat mit, für die Finanzierng des Empfangs sei die UNESCO zuständig gewesen. Es sei für Bundespräsident Rau nicht von Bedeutung gewesen, dass Daimler-Chrysler die Verpflegung für den Empfang finanziert habe. Der Staat selbst habe dafür keine Mittel. Zuvor hatte bereits der Leiter der Zentralabteilung, Walter Karschies, in einem Schreiben an Hauber mitgeteilt, man glaube nicht, dass unter dem Sponsoring „die Glaubwürdigkeit des Engagements der UNESCO leidet."

Deutschland rangierte laut Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI im Jahre 2000 weltweit auf Platz drei der Waffenhändler. 1998 wurde versucht, unter Führung der Daimler-Chrysler-Tochter Dasa und damit unter deutscher Führung einen einheitlichen europäischen Rüstungskonzern zu bilden. Aus Angst vor der deutschen Vorherrschaft ist dieses Vorhaben vorläufig gescheitert. Doch die Voraussetzungen des deutschen Rüstungskonzerns für eine globale Expansion sind hervorragend: Daimler-Chrysler ist neben General Motors der umsatzstärkste Industriekonzern der Welt und mit der Deutschen Bank steht seit der Übernahme von Bankers Trust der weltweit führende Bankkonzern als Großaktionär hinter dem Unternehmen.

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