Unesco-Programm "Memory of the World" sichert einmalige Dokumente

Gedächtnis der Menschheit

Mit einem Festakt wird am 12. Januar in Berlin die Aufnahme der Originalhandschrift der 9. Sinfonie Ludwig van Beethovens in das Unesco-Verzeichnis "Memory of the World" - das Gedächtnis der Menschheit - offiziell besiegelt. Das Programm zum Erhalt des dokumentarischen Erbes der Menschheit wurde 1992 von der Unesco ins Leben gerufen. Ziel ist es, dokumentarische Zeugnisse, die in Archiven, Bibliotheken, Dokumentationsstellen, Museen und Gedenkstätten überliefert sind, zu sichern und weltweit zugänglich zu machen.

Entstehen soll ein "Weltregister des Memory of the World" als universelles digitales Netzwerk mit herausragenden Dokumenten - wertvollen Buchbeständen, Handschriften, Partituren, Unikaten, Bild-, Ton- und Filmdokumenten. Der Eintrag in das Register soll als internationale Auszeichnung gelten. Die Herkunftsländer verpflichten sich, für die Erhaltung und Verfügbarkeit des jeweiligen dokumentarischen Erbes zu sorgen.

Das "Memory of the World"-Register verzeichnet derzeit 69 Einträge: Darunter sind die Dokumente des Wiener Kongresses, die Kolonialarchive Benins, Senegals und Tansanias sowie die Archive des Warschauer Ghettos. Deutschland ist mit fünf Einträgen vertreten: den historischen Beständen des Phonogrammarchivs bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin, Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks um 1450, der literarische Nachlass Goethes, Beethovens 9. Sinfonie und Fritz Langs Stummfilmklassiker "Metropolis" von 1925/26.