UNESCO-Konferenz zum Schutz kultureller Vielfalt begonnen

"Starke Kulturindustrie"

Die UNESCO will offenbar die weltweite kulturelle Vielfalt gegenüber dem Globalisierungsdruck und der US-Kulturindustrie schützen. Regierungsexperten der 190 Mitgliedsstaaten kamen am Montag in Paris zusammen, um ein Übereinkommen zu erarbeiten. Die Globalisierung erschwere es den Regierungen immer mehr, ihre Politik gegenüber der Dynamik des Marktes durchzusetzen, sagte der Generalsekretär der deutschen UNESCO-Kommission, Roland Bernecker, der "Süddeutschen Zeitung". Bildung und Kultur gehörten aber weiter in die Obhut des Staates.

Die USA hätten eine starke Kulturindustrie, betonte Bernecker und fügte hinzu. "Wir wollen diese faszinierende Kultur ja nicht schwächen, sondern nur verhindern, dass sie andere regionale Kulturen überrollt."

Die Pariser Konferenz über die UNESCO-Konvention zum Schutz kultureller Vielfalt tagt bis 12. Februar. Die geplante Vereinbarung soll im Falle ausreichender Ratifizierung eine völkerrechtlich verbindliche Grundlage für das Recht auf eigenständige Kulturpolitik werden. Ziel ist, ein neues internationales Instrument für die nationale Politik zu schaffen, mit dessen Hilfe kulturpolitische Ziele mit internationalen Handelsabkommen in Einklang gebracht werden können.