Krankenhausärzte wollen gegen Arbeitsbelastung streiken

"Medizinische Versorgung gefährdet"

"Aus Verantwortung für die Patienten" wollen Ärzte der Universitätskliniken Frankfurt, Marburg und Gießen nächste Woche streiken. Mit den Streikaktionen will die Ärztegewerkschaft Marburger Bund auf die ihrer Ansicht nach besorgniserregende Entwicklung in der medizinischen Versorgung aufmerksam machen.

In einem Gespräch mit der "FAZ" beklagte das Vorstandsmitglied der Ärztegewerkschaft Elmar Lindhorst die zunehmende Bürokratie im Gesundheitswesen. Die Patienten würden "hart ausgedrückt als Profitfaktor betrachtet". Die angestellten Ärzte hätten immer wenig Zeit für die Patienten. Zudem seien die vielfach überarbeiteten und übernächtigten Ärzte mit ihrer Leistung selbst unzufrieden und hätten die berechtigte Sorge, Fehler zu machen.

Alarmierend seien aus Sicht von Lindhorst die Ergebnisse einer Untersuchung des Bundesgesundheitsministeriums vom November 2004. Demnach fehle es an medizinischem Nachwuchs, und eine flächendeckend gute medizinische Versorgung könne nicht mehr garantiert werden. Junge und hochmotivierte Kollegen flüchteten in die Industrie oder ins Ausland, wo die Verdienstmöglichkeiten weitaus besser seien.

So soll es in der kommenden Woche in Hessen mehrere Ärzte-Kundgebungen in Frankfurt und Wiesbaden geben sowie Streikaktionen in den Universitätskliniken Gießen, Frankfurt und Marburg. Eine Notfallversorgung für besonders schwere Fälle werde sicher gestellt, sagte Lindhorst.