Europa soll Tempo beim Klimaschutz vorgeben

G8-Gipfel

Die Europäer müssen beim G8-Gipfel in Schottland das Tempo beim Klimaschutz vorgeben, fordert der WWF. Schon vor dem offiziellen Beginn des Gipfels laufen hinter den Kulissen die Verhandlungen über den Text des Abschlußkommuniqués. "Es besteht die Gefahr, dass sich die Europäer von der Bush-Administration über den Tisch ziehen lassen", fürchtet Jennifer Morgen, Leiterin des internationalen Klimaprogramms des WWF. Die bisher bekannt gewordenen Formulierungen seien windelweich und blieben weit hinter den notwendigen Maßnahmen zurück.

"Das ist alter Wein in neuen Schläuchen", so Morgan. Der WWF fordert vom G8-Gipfel ein klares Bekenntnis, den globalen Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius zu halten. Hierzu seien stärkere Reduzierungen der Treibhausgasemissionen nötig. Allein auf Technik zu setzen, wie es die US-Amerikaner derzeit propagieren, gehe am Problem vorbei. Natürlich müsse man technische Lösungen vorantreiben, parallel müssen aber zugleich die Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich Investitionen in klimaverträgliche Technologien lohnen. Überdies seien ehrgeizige Klimaschutzziele unverzichtbar.

Der Weltwirtschaftsgipfel biete insbesondere für die Europäer die Chance, sich als zukunftsfähige Regierungen zu profilieren. Es könne nicht sein, dass erneut die Langsamsten das Tempo vorgeben. "Wenn die USA nicht Schritt halten können, müssen die andern Länder ohne sie vorangehen. Kein Abschlußkommuniqué ist besser als ein zahnloser Kompromiss", so der WWF.

Esso-Studie

Die Bundesregierung wird einer Esso-Studie zufolge ihre Klimaschutzziele nicht erreichen. Das Ziel, die Kohlendioxid-Emissionen bis 2005 um 25 Prozent zu reduzieren, werde um elf Prozent oder rund 110 Millionen Tonnen verfehlt, sagte Rainer J. Abbenseth, Direktor Corporate Affairs der Esso-Mutter Exxon Mobil, am Donnerstag in Berlin.

Die Prognose sieht für das Jahr 2020 mit 853 Millionen Tonnen Kohlendioxid einen gegenüber dem vergangenen Jahr nahezu unveränderten Wert vor.

Am 28. Sep. 2001 unter: artenschutz

Klimazertifikate

Mit Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls am heutigen Mittwoch kann DNV als weltweit führendes Zertifizierungsunternehmen Firmen und Länder auf das Ausmaß ihrer Treibhausemissionen überprüfen und bewerten. Die UNO bescheinigte DNV als erstem Verifizierer globale Kompetenz bei der Verifizierung von Klimaschutzprojekten. DNV ist eine unabhängige Stiftung, die 1864 in Norwegen zum Schutz von Leben, Eigentum und Umwelt gegründet wurde. Mit mehr als 50.000 weltweit ausgestellten Zertifikaten ist DNV heute ein international führender Anbieter von Dienstleistungen für die Bereiche Qualitäts-, Umwelt-, Sicherheits- und Risikomanagement.

"Wir haben die richtigen Instrumente an der Hand, um die Umsetzung der Kyoto-Richtlinien anzustoßen", so Dr. Ralf Schmackpfeffer, Klimaschutzexperte bei DNV. "Wenn der Klimaschutz Firmen nicht nur Zwänge und Kosten auferlegt, sondern auch echte finanzielle Anreize bietet, haben wir eine Chance, die Industrie zum Umdenken zu bewegen. DNV als unabhängiger Zertifizierer kann Firmen bei Projekten zur Emissionsreduktion begleiten, die sich für sie sogar finanziell auszahlen."

Eines dieser Instrumente ist der Clean Development Mechanism (CDM), der nach den flexiblen Richtlinien des Kyoto-Protokolls entwickelt wurde. Mit dem CDM können Industrieländer oder Unternehmen Emissionsgutschriften für die Finanzierung von emissionsmindernden Projekten in Entwicklungsländern erhalten. Auf diese Weise werden Entwicklungsländer bei der Umsetzung von Klimaschutzprojekten finanziell unterstützt. Gleichzeitig können westliche Unternehmen diese Emissionsgutschriften in ihrem eigenen Land zu Geld machen.

Der Vorstand des CDM, der von den Vereinten Nationen ernannt wurde, hat DNV als erste Organisation mit der umfangreichsten Zulassung für fast alle Industriebereiche für die Validierung von Klimaschutzprojekten akkreditiert. Die Durchführung einer Validierung ist durch das Kyoto-Protokoll zwingend vorgeschrieben und beurteilt die Konzeption von CDM-Projekten anhand festgelegter Kriterien.

"Das Zauberwort heißt Institutionalisierung. Wir müssen den Klimaschutz so selbstverständlich für die Industrie machen wie den Arbeitsschutz", so Schmackpfeffer. "Gleichzeitig muss die Wirtschaft im Klimaschutz einen interessanten Markt für sich entdecken. Dann hat er das Potenzial zum Selbstläufer."

Am 17. Feb. 2005 unter: arbeit

Robin Wood-Aktion

Am kommenden Sonntag startet die Umweltschutzorganisation Robin Wood eine Floßfahrt für den Klimaschutz von Saarbrücken nach Duisburg. Die fünfwöchige Fahrt, die über Saar, Mosel und Rhein führen wird, steht unter dem Motto "Treib­gut statt Treibhaus". Unterwegs wollen die FlößerInnen u.a. in Saarlouis, Trier, Cochem, Koblenz, Bonn, Köln und Düsseldorf Station ma­chen und aufzeigen, was getan werden muss, um den drohenden Klimakollaps zu verhindern.

Obwohl der Ausstoß an klimaschädlichen Gasen dringend gesenkt werden müssten, seien die Emissionen im letzten Messjahr 2003 laut Europäischen Umweltagentur weiter angestiegen, erklärt die Robin-Wood-Flößerin, Hanna Poddig. Um die international vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen, sei eine radikale Wende in der Verkehrs- und Energiepolitik notwendig. Diese könne nur durch konstanten öffentlichen Druck auf Politik und Wirtschaft durchgesetzt werden.

Aber auch der Einzelne könne etwas bewirken, denn wie er reise, was er esse oder welchen Stromanbieter er habe, all das habe eine direkte Auswirkung auf das Klima, ermutigt Poddig zu Änderungen des Konsumverhaltens.

Am 08. Jul. 2005 unter: nachrichten

Jürgen Trittin lobt

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat das vielfältige Engagement einzelner US-Staaten im Bereich des Klimaschutzes gelobt. Aufgrund der Blockade der US-Regierung beim Klimaschutz ergreifen immer mehr Bundesstaaten die Initiative. Der Westküstenstaat Washington schreibt Betreibern neuer Kraftwerke gesetzlich vor, die Emissionen um 20 Prozent zu senken. Der Nachbarstaat Oregon beschloss bereits 1996, den CO2-Ausstoß um 17 Prozent zu reduzieren. Trittin war in die US-Hauptstadt gereist, um für eine Konferenz zu erneuerbaren Energien im Juni in Bonn zu werben.

Berlin unterstützt das wachsende Bewusstsein der Bundesstaaten nicht nur mit Worten. So fördert die Bundesregierung ein solarthermisches Kraftwerk in Kalifornien mit sechs Millionen Euro. Trotzdem, so Trittin, blieben Weißes Haus und Kongress erste Ansprechpartner.

Zusammen mit Kalifornien schlossen die die beiden Staaten Oregon und Washington den "West Coast Global Warming Pact" ab. Dieser soll die untätige Bush-Regierung unter Druck setzen. Einen ähnlichen Plan verfolgen zwölf Ostküstenstaaten, die ihre CO2-Emissionen bis 2010 auf den Stand von 1990 zurückführen wollen.

In Washington können die Energieunternehmen die Senkungen auch erreichen, indem sie an anderer Stelle Treibhausgase reduzieren, zum Beispiel Wiederaufforstungen finanzieren oder Busse mit Dieselmotoren auf Erdgas umstellen.

Am 30. Apr. 2004 unter: arbeit

Nach Kyoto

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundesregierung zum Abschluss des Weltklimagipfels dazu aufgefordert, ihre Anstrengungen für mehr Klimaschutz zu verstärken. Deutschland dürfe sich nicht damit abfinden, dass derzeit keine andere Regierung bereit sei, den Klimaschutz entscheidend voranzubringen. Trotz der inzwischen auch von Russland erfolgten Ratifizierung des Kyoto-Protokolls sei Resignation in die internationalen Verhandlungen eingezogen. Fast jede Regierung verstecke sich inzwischen hinter den Allianzen der verschiedenen Bremserstaaten. Damit werde dem globalen Klimaschutz schwer geschadet.

Markus Steigenberger, Teilnehmer der Klimakonferenz für den BUND und sein internationales Netzwerk Friends of the Earth: "Es ist erschreckend, wie wenig Engagement die Regierungen hier zeigen. Trotz eindeutiger wissenschaftlicher Belege, dass der Klimawandel längst begonnen hat, will kein Land mehr die Vorreiterrolle übernehmen. Auch Deutschland und die EU verstecken sich hinter Blockierern wie den USA oder den OPEC-Staaten. Die Bundesregierung muss energischer gegenüber Präsident Bush auftreten und zu Hause die Anstrengungen beim Klimaschutz verstärken."

Die Konferenz in Buenos Aires ist die letzte vor Inkrafttreten des Kyoto-Klimaprotokolls am 16. Februar 2005. Es umfasst bisher 128 Mitgliedsstaaten. Darin haben sich 30 Industrieländer rechtlich verbindlich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2012 um insgesamt fünf Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Nicht ratifiziert haben u.a. die USA, die allein für etwa ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind.

Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: "Wenn der internationale Klimaschutz stockt, ist es umso wichtiger, dass einzelne Industrienationen mit gutem Beispiel vorangehen. Deutschland muss alles dafür tun, so schnell wie möglich zunächst das Ziel von minus 25 Prozent CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990 zu erreichen. Bis 2020 müssen wir mit den Klimagasen sogar mindestens 40 Prozent runter. Ökologische Finanzreformen, ein Umsteuern in der Verkehrspolitik und ehrgeizige Energiesparprogramme sind dafür die geeigneten Mittel."

Am 16. Dez. 2004 unter: politik

USA

International wächst der Protest gegen eine Allianz von Auto-Herstellern - darunter BMW, DaimlerChrysler, Porsche und Volkswagen - die mit einer Klage versuchen, das kalifornische Klimaschutz-Gesetz zu Fall zu bringen. In den USA und Deutschland hätten laut Robin Wood bereits über 150.000 Menschen Protestbriefe und Emails an die Autokonzerne geschrieben. Die Bush-Administration hat sich jetzt in den Konflikt eingemischt und unterstützt die Klage der Autobauer ausdrücklich.

Die Auto-Hersteller klagen vor dem Bezirksgericht im kalifornischen Fresno dagegen, dass Kalifornien im September 2004 verbindliche Grenzwerte für den Kohlendioxid-Ausstoß von Neuwagen festgeschrieben hat. Das entsprechende Gesetz (AB 1493) soll am 1. Januar 2006 in Kraft treten und für PKW und leichte Nutzfahrzeuge gelten, die ab 2009 auf den Markt kommen. Damit will die kalifornische Regierung den Kohlendioxid-Ausstoß neu zugelassener PKW bis 2016 um 30 Prozent reduzieren. Der durchschnittliche Flottenverbrauch soll auf umgerechnet 8,5 Liter pro 100 Kilometer sinken. In den USA sind bereits acht Bundesstaaten dem Vorbild Kaliforniens gefolgt und wollen die dortige Regelung übernehmen.

In Deutschland hatte ROBIN WOOD zusammen mit acht weiteren Umweltorganisationen im März dieses Jahres Briefe an Helmut Panke (BMW), Jürgen Schrempp (DaimlerChrysler), Wendelin Wiedeking (Porsche) und Bernd Pischetsrieder (VW) geschrieben und unter www.ausbremsen.de zum online-Protest aufgerufen. Nach und nach haben alle Konzerne reagiert und sich unisono darauf zurückgezogen, dass es in den USA Bundessache sei, Regelungen zum Kraftstoffverbrauch festzulegen. Kalifornien argumentiert hingegen, dass es hier um ein Problem der Luftverschmutzung gehe und einzelne Staaten durchaus das Recht hätten, Grenzwerte für Emissionen festzulegen, die strenger seien als die auf Bundesebene.

"Die Antworten der Auto-Konzerne sind allesamt enttäuschend und zeigen, dass sie weiter in Sachen Klimaschutz auf der Bremse stehen. Anstatt in die Entwicklung emissionsarmer Autos zu investieren, geben sie lieber Millionen für Anwälte, Lobbyisten und Marketingleute aus, die daran arbeiten, Klimaschutz-Gesetze zu verhindern", sagt Monika Lege, Verkehrsreferentin bei ROBIN WOOD.

Der Rechtsstreit habe durch die Parteinahme der Bush-Regierung für die Autokonzerne noch an politischer Brisanz gewonnen. Die Regierung in Washington blockiert bislang jede Einbindung in den internationalen Klimaschutz und hat auch den Beitritt der USA zum Kyoto-Abkommen verweigert. Viele Bundesstaaten und Kommunen aber seien unzufrieden mit dieser Politik. So haben sich mehr als 130 US-Städte verpflichtet, die Kyoto-Ziele einzuhalten oder noch zu übertreffen. Auch die mächtigen US-Verbraucherverbände mit mehr als 50 Millionen Mitgliedern haben sich für das Klimaschutz-Gesetz ausgesprochen. Autokonzerne und die US-Regierung müssten daher mit Gegenwind rechnen, wenn sie weiter an ihrer Blockadepolitik festhalten.

Am 16. Jun. 2005 unter: nachrichten

Merkel muss Blockade-Rösler beim Klimaschutz zur Räson bringen

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Eva Bulling Schroeter zum thems klimaschutz „Die Kanzlerin muss Wirtschaftsminister Rösler endlich zur Räson bringen. Es ist zwar nett, dass Umweltminister Peter Altmaier kurz vor der UN-Klimakonferenz in Doha noch einmal für ein 30-Prozent-Minderungsziel der EU wirbt. Was jedoch fehlt, ist ein Ende der deutschen Blockade, in der EU die Unmengen an aufgelaufenen ungenutzten CO2-Emissionsrechten stillzulegen. Die FDP bremst hier im Kabinett und in Brüssel seit Monaten“ , erklärt Eva Bulling-Schröter, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE und Vorsitzende des Umweltausschusses des Bundestages, zu den heutigen Äußerungen des Bundesumweltministers zur UN-Klimakonferenz in Doha. Bulling-Schröter weiter:

„Mit einem 30-Prozent-Ziel für die EU-Treibhausgasminderungen bis 2020 gegenüber 1990 würden automatisch auch jedes Jahr weniger CO2-Zertifikate an die Unternehmen ausgegeben als bei der geltenden Reduktionsverpflichtung von 20 Prozent. So ist es in der EU-Emissionshandelsrichtlinie festgelegt. Gleichzeitig müssen aber mindestens 1,4 Milliarden überschüssiger CO2-Emisisonsberechtigungen stillgelegt werden, die bislang EU-weit aufgelaufen sind. Ansonsten wird der CO2-Preis weiter im Keller bleiben. Und das wird wichtige Investitionen in Energieeffizienz verhindern. Die Bundeskanzlerin muss darum endlich ihren Blockierminister Phillip Rösler in die Schranken weisen, der sich auch in dieser Frage zukunftsfähiger Politik verschließt.“

Am 23. Nov. 2012 unter: umwelt

"Nun wird der Bock zum Gärtner"

Politik wird heute vielfach auch mit Ankündigungen, Symbolen und mit dem Einsetzen von Kommissionen und Sonderbeauftragten gemacht. Bemerkenswert ist eine aktuelle Personalie. So will sich die Bundesregierung in der Umweltpolitik künftig von zwei Klimaschutzbeauftragten unterstützt lassen. Sie sollen die Bundesregierung insbesondere während Deutschlands EU- und G8-Vorsitz im kommenden Jahr beraten, heißt es. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) stellten die Sonderbeauftragten am Freitag in Berlin der Öffentlichkeit vor: Bei den Beauftragten handelt es sich um den Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, und um den Chef des Energie- und Atomkonzerns Vattenfall, Lars Josefsson. "Nun wird der Bock zum Gärtner", kommentierte der ostdeutsche Umweltverband Grüne Liga.

Merkel sagte, Schellnhuber und Josefsson brächten den Sachverstand mit, den die Bundesregierung bei ihren ehrgeizigen Zielen zur "Bekämpfung" des globalen Klimawandels benötige. Deutschland werde die beiden Präsidentschaften nutzen, um "die internationale Gemeinschaft" auf die Dringlichkeit des Themas "hinzuweisen" und Wege zum Handeln aufzuzeigen. "Die Zeit drängt", so Merkel.

Gabriel: Die Interessen der Wirtschaft mit ins Boot holen Umweltminister Gabriel sagte, die Kombination der Beauftragten berücksichtige den engen Zusammenhang zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und den "Interessen der Wirtschaft" im Bereich des Klimaschutzes. Um hier erfolgreiche Politik zu machen, müsse man auch die "ins Boot holen", die maßgeblich für den Ausstoß von Treibhausgasen verantwortlich seien.

Gabriel ergänzte, Vattenfall-Chef Josefsson sei dabei jemand, der sich auf internationaler Ebene darum bemühe, andere Unternehmen für die Unterstützung einer engagierten Klimaschutzpolitik zu gewinnen.

Josefsson ist Präsident des schwedischen Energieversorgers Vattenfall und Aufsichtsratsvorsitzender der Vattenfall Europe AG. Selbstgesetztes Ziel dieses Unternehmens sei es, so Josefsson, unter den Energieversorgern die Nummer eins im Umweltschutz zu werden. Für Josefsson ist der Klimawandel unbestreitbar. Seine Vermeidung liege für ihn im ureigensten Interesse der Menschheit, aber speziell auch der Unternehmen. Denn die Erderwärmung berge auch wirtschaftliche Risiken in sich. Die Folgen des Nichthandelns könnte zu ökonomischen Einbußen in Höhe von mindestens fünf Prozent des weltweiten Bruttosozialproduktes führen. Das belege eine Studie des britischen Regierungsberaters Sir Nicholas Stern.

Grüne Liga: Größter Klimakiller Europas "Die Verquickung mit der Kohlelobby war eigentlich immer das Ding der SPD", kommentierte die Grüne Liga. "Ausgerechnet Vattenfall, einer der größten Klimakiller Europas" werde nun zum Klimabeauftragten der Bundesregierung berufen. In Lippendorf, Boxberg und Schwarze Pumpe betreibe die Firma fünf neue Braunkohlekraftwerksblöcke mit 4340 Megawatt und 4000 Megawatt ertüchtigte DDR-Blocks in Jänschwalde und Boxberg. Diese trügen mit weit über 50 Millionen Tonnen "Klimaschadgas" CO2 im Jahr zu den katastrophalen Klimaänderungen bei, so der Verband. "Und Vattenfall will nicht etwa aussteigen, sondern sucht weiter nach Vorräten und Standorten für neue Braunkohlekraftwerke", kritisiert der Verband."Nach den schönen Worten von Frau Merkel und Herrn Gabriel am Rande der ergebnislosen Klimakonferenz in Nairobi wissen wir nun wenigstens, woran wir sind. Gute Nacht, Deutschland", heißt es in einer Mitteilung der Grünen Liga.

Am 01. Dez. 2006 unter: energie

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Startschuss für bundesweiten Radwettbewerb in Herzogenaurach gefallen

STADTRADELN 2013Das Klima-Bündnis, ENERGIE INNOVATIV, die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK Bayern) und die Stadt Herzogenaurach gaben am 4. Mai 2013 den Startschuss für die deutschlandweite Kampagne STADTRADELN. Bereits am Vormittag sammelten zahlreiche BürgerInnen und Politprominenz klimafreundliche Kilometer für den Wettbewerb. Sie radelten in einer Sternfahrt zum Schlosshof nach Herzogenaurach, wo sie eingebunden in die jährlich stattfinde Herzogenauracher Fahrradmesse ein vielfältiges Programm rund ums Radfahren erwartete.

Mit dem Auftakt begann für Erwin Piniek, Agenda 21 Beiratssprecher in Herzogenaurach, ein dreiwöchiges Experiment: Als einer der sogenannten STADTRADLER-STARS steigt er dienstlich und privat aufs Fahrrad auf statt ins Auto ein - und dies 21 Tage am Stück: "Ich bin gespannt, wie sich mein Leben ganz ohne Auto gestaltet und welche Erfahrungen ich auch über mich selbst und mein Mobilitätsverhalten gewinne" so Piniek. Herzogenaurachs Erster Bürgermeister Dr. German Hacker betonte beim Startschuss: "Eine Stadt ist lebenswert, wenn sie FußgängerInnen und RadfahrerInnen den Raum gibt, den sie benötigen. Zufußgehen und Radfahren sind günstige, energieeffiziente und umweltfreundliche Arten der Fortbewegung - wer radelt, kommt in der Stadt oftmals vor allen anderen ans Ziel; deshalb macht sich die Stadt Herzogenaurach für den Radverkehr stark."

Die Klima-Bündnis-Kampagne STADTRADELN lädt alle Mitglieder der Kommunalparlamente in Deutschland ein, als Vorbild für den Klimaschutz in die Pedale zu treten. Im Team mit BürgerInnen sollen sie möglichst viele Fahrradkilometer für ihre Kommune sammeln. Die Kampagne will BürgerInnen für das Radfahren im Alltag sowie für mehr Energieeffizienz im Verkehr sensibilisieren und die Fahrradnutzung und Radverkehrsplanung stärker in den kommunalen Parlamenten thematisieren. Bundesweit können Städte, Gemeinden, Landkreise und Regionen die Kampagne an 21 zusammenhängenden Tagen zwischen Mai und September durchführen. Es gibt Auszeichnungen und hochwertige Preise zu gewinnen - vor allem aber eine lebenswerte Umwelt mit weniger Verkehrsbelastungen, weniger Abgasen und weniger Lärm.

Die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V. und die bayerische Energieagentur ENERGIE INNOVATIV sind die bayerischen Kooperationspartner des STADTRADELNS. Durch den finanziellen Beitrag der Bayerischen Staatsregierung können bayerische Kommunen und Landkreise weiterhin kostenfrei am STADTRADELN teilnehmen. 125 Kommunen haben sich schon jetzt für das STADTRADELN 2013 angemeldet - darunter Augsburg, Bielefeld, Bonn, Bottrop, Bremerhaven, Darmstadt, Dresden, Essen, Frankfurt/Main, Gelsenkirchen, Hannover, Jena, Kaiserslautern, Leipzig, München, Nürnberg, Regensburg, Trier, Wolfsburg und Würzburg. Das Rekordergebnis aus dem Vorjahr mit mehr als 10.000.000 gesammelter Radkilometer und damit einer CO2-Vermeidung von etwa 1.500 Tonnen soll getoppt werden. Auch die Zahl von rund 60.000 aktiven Radlerinnen, darunter fast 1.200 Mitglieder der Kommunalparlamente, soll dieses Jahr weiter gesteigert werden. Noch bis Anfang September nimmt das Klima-Bündnis Anmeldungen von Kommunen entgegen.

STADTRADELN wird deutschlandweit unterstützt von ORTLIEB, ABUS, STEVENS BIKES, BOSCH, PAUL LANGE & CO., WSM, TREKKINGBIKE, SCHWALBE, NATOIL und NAVIKI.

Am 11. Mai. 2013 unter: umwelt