Polizei testet zum G8-Gipfel eigenen Info-Kanal

Radio für 16.000 Polizeikräfte

Das Projekt erinnert ein wenig an Radiosender des US-Militärs, mit denen die eigenen Soldaten im Krieg mit Musik, Infotainment und Durchhalteparolen bei Laune gehalten werden sollen. Mit einem eigenen Radio-Info-Kanal testet die Polizei während des G8-Gipfels im Großraum Rostock erstmals in Deutschland die regelmäßige Ausstrahlung von "Informationen" über Großveranstaltungen für ihre Beamten. Der "Radiosender für Einsatzkräfte" werde seit einer Woche vom Planungsstab "Kavala" betrieben und stoße bei den rund 16.000 Polizeikräften auf eine überwiegend positive Resonanz, sagte ein Polizeisprecher am 5. Juni in Rostock.

Noch bis zum Ende des Gipfels am Freitag "informiert" der Sonderkanal in stündlichen Nachrichtensendungen aktuell über "das Geschehen" rund um das Treffen in Heiligendamm. Die Sichtweise der Demonstranten auf "das Geschehen" ist offenbar nicht Teil des Programms für die Polizeikräfte. Die Bewertung der möglichen Auseinandersetzungen dürfte insofern recht einseitig sein und journalistischen Ansprüchen nicht unbedingt genügen.

In den vier bis sechs Minuten Sendezeit kämen aber auch Sport- und Wetternachrichten sowie Grüße zu runden Geburtstagen nicht zu kurz, sagte der Sprecher.

Die Macher des Infokanals sind sechs Polizisten aus Mecklenburg-Vorpommern , Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Radio-Erfahrungen der Polizei sollen nach dem Gipfel auch den Führungsstäben der Länder- und Bundespolizei zur Verfügung gestellt werden. Künftig könnte das Medium so zum festen Bestandteil von Großeinsätzen werden, sagte der Sprecher.