Lichtzeichen gegen Klimawandel

Greenpeace-Aktion - Lichtzeichen gegen Klimawandel

Greenpeace protestiert erneut gegen den Ölkonzern Esso. Mit einem Starklicht-Diaprojektor beleuchtete Greenpeace heute Nacht das riesige Esso-Logo an der Fassade der Europazentrale in Hamburg. Neben das Emblem des Ölmultis projizierten die Aktivisten eine Karikatur des Firmen-Maskottchens, auf der der Tiger Esso einen Vogel zeigt mit den Worten: "Esso spinnt". Die nächtliche Aktion ist der Auftakt einer bundesweiten Protesttour, bei der Greenpeace über die umweltzerstörerischen Geschäfte des weltweit größten Ölmultis informieren will. Eine rund zwei Meter große Figur des Esso-Tigers wird am Vormittag um 10:00 Uhr in der Hamburger Innenstadt symbolisch seinen Ausstieg aus der Ölindustrie bekanntgeben.

Esso versucht inzwischen, die Greenpeace-Kampagne mit allen Mitteln zu stoppen. Vor zwei Wochen hatte der Konzern mit einer einstweiligen Verfügung der Umweltorganisation unter Androhung von 250.000 Euro untersagt, sich auf seinem Betriebsgelände aufzuhalten. Mit der Diaprojektion werden diese Auflagen um keinen Zentimeter verletzt.

Esso werde die friedlichen Proteste nicht stoppen, sagte Greenpeace-Ölexperte Jörg Feddern. Mit dem Tiger habe man erstmals einen prominenten Vertreter von Esso für die Kampagne gewonnen. Der Esso-Tiger habe die Seiten gewechselt, und werde künftig bei vielen Greenpeace-Aktionen dabei sein. Feddern wies auch auf den ernsten Hintergrund der Aktion hin. Esso zerstöre die Umwelt ohne Rücksicht auf Verluste und sabotiere den Klimaschutz. Dagegen wolle man protestieren.

Als Beispiele für umweltschädliche Projekte nannte Feddern die Erdölgewinnung vor der russischen Insel Sakhalin, wo der Lebensraum der letzten Grauwale bedroht ist oder den Bau einer Ölpipeline in Kamerun, für die der Urwald zerstört wird. Darüber hinaus untergräbt Esso systematisch alle Anstrengungen, die Klimaerwärmung durch internationale Abkommen in den Griff zu bekommen.

Greenpeace "StoppEsso" - Kampagnen gegen Essos Umweltverbrechen finden derzeit weltweit statt. Der Konzern weigere sich als einer der letzten Ölmultis in erneuerbare Energien zu investieren. Greenpeace fordert Esso auf, Verantwortung für sein Produkt zu übernehmen. Außerdem solle Esso Investitionen in erneuerbare Energien umlenken. Auf dem Weltgipfel in Johannesburg müsse im August dafür gesorgt werden, dass künftig Großkonzerne weltweit für ihre Umweltverbrechen zur Verantwortung gezogen werden können.

Am 03-07-2002

Klimawandel

Der Klimawandel hat die Alpengletscher innerhalb der vergangenen zwanzig Jahre dramatisch verändert. Das belegt eine in ihrer Detailgenauigkeit einzigartige Fotostudie von Greenpeace und der Gesellschaft für Ökologische Forschung (GÖF) aus München. Der Vergleich von hunderten alter Darstellungen mit Fotos der aktuellen Situation dokumentiert eindrucksvoll den Rückgang der Alpengletscher. Anhand hunderter Bildvergleiche von damals und heute ist zu sehen, wie aus den mächtigen Gletschern dünne Rinnsale wurden. Bei der Studie wurden aktuelle Bilder und die historischen Vorlagen jeweils im Spätsommer fotografiert, wenn der Schnee des vergangenen Winters abgetaut ist und die tatsächliche Ausbreitung der Gletscher sichtbar wird.

"Der Gletscherschwund ist ein Alarmzeichen für die drohende Klimakatastrophe. Wenn die globale Erwärmung wie bisher fortschreitet, werden die Alpengletscher gegen Ende dieses Jahrhunderts fast verschwunden sein," sagt Greenpeace Klimaexperte Wolfgang Lohbeck. Grundlage der Dokumentation, die den gesamten Alpenraum umfasst, sind mehr als 2000 alte Originaldarstellungen, überwiegend auf Postkarten. "Wir sind Zeitzeugen des schnellsten Gletscherschwundes seit Jahrtausenden. Unseren Nachkommen wird es schwerfallen richtige Gletscher zu sehen." erklärt Wolfgang Zängl von der GÖF und Initiator des Bildarchivs.

Der Rückgang der Alpengletscher ist dramatisch. Nach Angaben der Gesellschaft für Ökologische Forschung verloren die Eismassen seit Mitte des 19. Jahrhunderts - dem Beginn der Industrialisierung - bis 1975 im Durchschnitt etwa ein Drittel ihrer Fläche und die Hälfte ihres Volumens. Seitdem sind weitere 20 bis 30 Prozent des Eisvolumens abgeschmolzen. Wissenschaftler rechnen mit dem Verlust von drei Viertel der Anzahl der heutigen Alpengletscher bis zum Jahr 2050.

Die drohende Klimakatastrophe ist auch eines der Themen auf dem Weltgipfel in Johannesburg, der im kommenden Monat beginnt. Greenpeace fordert, dass auf dem Gipfel global gültige Vereinbarungen getroffen werden, die es ermöglichen Unternehmen für die Folgen ihres Handelns zur Verantwortung zu ziehen.

Für den Klimaschutz müssen in Deutschland bis 2020 die Treibhausgase um mindestens 40 Prozent reduziert werden. Ölkonzerne müssen im kommenden Jahrzehnt mindestens 5 Prozent der von ihnen verantworteten Treibhausgase verringern durch den schrittweisen Ausbau erneuerbarer Energien.

In der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" werden einige der dramatischen Gletscherbilder erstmals gezeigt.

Am 15-07-2002

Fernsehtipp

Am Mittwoch, den 6. November 2002, um 20.45 Uhr zeigt der Fernsehsender 3sat den Film aus der Reihe "Zeit-TV", den 3sat als Erstausstrahlung. Er beschreibt die Flut im Sommer 2002, die für Tausende Menschen in Mittel- und Osteuropa zur Katastrophe wurde. Doch das sei erst der Anfang gewesen, warnen Klimaforscher. Unwetter, Überschwemmungen und Orkane werden sich weltweit häufen, ebenso extreme Dürren. Der Treibhauseffekt lässt Gletscher schmelzen, die Meere steigen und ganze Landstriche veröden.

Die Ursache dafür sei der Konsum- und Lebensstil der industrialisierten Welt. Landschaften werden betoniert, Flüsse gnadenlos begradigt, Lebensmittel in Agrarfabriken massenweise billig produziert. Die apokalyptischen Vorhersagen der Umweltbewegung der 80er Jahre würden bis heute belächelt, verspottet und verdrängt. Dabei sei die Klimaentwicklung schon heute nicht mehr umkehrbar - nur das Schlimmste ließe sich vielleicht noch verhindern.

Dreh- und Angelpunkt einer notwendigen Klimawende ist dem 3sat-Film zufolge der Energieverbrauch: Hier heiße es sparen und Alternativen finden. Für den Einzelnen würde das den Abschied von Konsumgewohnheiten bedeuten, doch nicht den Verzicht auf Komfort. Und für die Gesellschaft brächte ein umweltpolitisches Umdenken sogar viele neue Jobs, sagen Experten in der Sendung.

Am 31-10-2002

Fotos zum Klimawandel

Die Aktion Klimaschutz zeigt mit der Ausstellung "Gletscher im Treibhaus - eine fotografische Zeitreise in die alpine Eiswelt" wie der Klimawandel am Rückgang der Gletscher sichtbar wird und was jeder Einzelne zum Klimaschutz beitragen kann. Vom 2. Dezember 2002 bis 14. Januar 2003 werden im Foyer des Fernsehturms am Berliner Alexanderplatz auf 28 Bildtafeln bekannte Alpengletscher in ihrem Zustand vor einhundert Jahren und heute sowie praktische Energiespartipps zu sehen sein. Danach soll die Schau in anderen Bundesländern zu sehen sein.

Gletscherforscher stellen bereits seit einiger Zeit einen Rückgang der Gletscher fest. Alleine in den letzten dreißig Jahren ist ein Viertel des Alpeneises verschwunden. Wie sehr die Alpen bereits heute betroffen sind, macht "Gletscher im Treibhaus" mit eindrucksvollen Fotos sichtbar.

Die Ausstellung wird präsentiert von der Aktion Klimaschutz, einer Kampagne der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) mit freundlicher Unterstützung des Bundesumweltministeriums und der Deutschen Bahn AG. "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Als ich Mitte des Jahres die ersten Fotos dieser Ausstellung in einigen Medien gesehen habe, war ich sofort elektrisiert. Ich bin fest überzeugt, dass die Menschen gerne etwas für die Erhaltung unserer Alpen tun wollen", begründet Stephan Kohler, Geschäftsführer der dena, das Engagement für die Ausstellung. Wie ein klimaschützendes Verhalten im Alltag aussehen kann, das zeigt die Aktion Klimaschutz.

Sie motiviert und informiert, wie jeder zu Hause und unterwegs durch Energiesparen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Praktische und einfache Tipps zum alltäglichen Klimaschutz erhalten die Besucher anhand von Informationstafeln und mit der Klimabroschüre der Aktion Klimaschutz.

Erstellt wurde die Ausstellung "Gletscher im Treibhaus" von der Gesellschaft für ökologische Forschung e.V., München. Die Forscher haben alte Gletscherfotografien von Anfang des letzten Jahrhundert recherchiert und aktuelle Vergleichsfotos gemacht. Wolfgang Zängl, der zusammen mit Sylvia Hamberger und zahlreichen Kollegen über ein Jahrzehnt die Alpengletscher und ihren Wandel immer wieder fotografierte, freut sich über das rege Interesse an den Bildern: "Gletscherfotografie ist zeitaufwändig, da die Gletscher jedes Jahr nur zwei bis drei Monate schneefrei fotografiert werden können. Und die sich schnell ändernden Wetterverhältnisse machen jeden Aufstieg zum Glückspiel."

Mit der Ausstellung will die Gesellschaft für ökologische Forschung e.V. in München die kritische Auseinandersetzung mit den Folgen der Industriegesellschaft fördern. Finanziell unterstützt wurde die Fotoerstellung von Greenpeace.

Am 04-12-2002

Hitzewelle

Die Hitzewelle über Mitteleuropa führt dem industrialisierten Norden vor Augen, wie eng das eigene Wohlergehen mit dem Wetter und dem Klima verbunden ist. Nach Ansicht von Germanwatch sollte dies zur aktiven Solidarität mit anderen, schwächeren, Betroffenen führen. Denn wo sich Europäer mit Technik gegen schlimmste Wetter-Auswirkungen schützen, sind Menschen im armen Süden sehr verwundbar - allein in Indien starben bereits 1.300 Menschen an den Folgen einer seit Wochen andauernden Hitzewelle.

"Wäre Berlin wie in früheren Zeiten auf Nahrungsmittel aus dem Umland angewiesen, so würde die Dürre auf den Feldern Brandenburgs im Winter zu einer Hungersnot in der Hauptstadt führen. In Zeiten des Welthandels und der Globalisierung sowie aufgrund unserer Finanzen bleibt uns das erspart; in armen Ländern können sich die Menschen dagegen aber nicht ausreichend schützen," so Klaus Milke, Vorstandsmitglied von Germanwatch. "Dürren und damit verbundene Hungersnöte hat es immer gegeben, aber der vom Menschen verursachte globale Klimawandel verstärkt diese Extreme. Unser Lebensstil und unser Energiehunger bilden dafür eine nicht unwesentliche Ursache."

Konkret fordert Germanwatch, dass die Politik "in einem Guss" agiere und alle außenpolitischen, wirtschaftlichen und entwicklungsbedeutsamen Massnahmen am Klimaschutz messe. Dies betreffe deutsche Maßnahmen - wie etwa die Vergabe von Hermesbürgschaften für klimarelevante Wirtschaftsprojekte im Ausland - genauso wie in der Europäischen Union vereinbarte wirtschaftspolitische Entscheidungen. Germanwatch hatte bereits im Kontext der Elbeflut vor einem Jahr einen präventiven "Klimaschadenfond" auf europäischer Ebene gefordert.

Die Nord-Süd-Initiative tritt außerdem seit Jahren für ein internationales System der Übernah-me von Verantwortung im Klimawandel ein. "Das Kyoto-Protokoll und die damit verbundenen Verpflichtungen der Regierungen müssen ein Anfang sein; Russland darf das Inkrafttreten des Protokolls nicht weiter hinauszögern," so Germanwatch-Vorstandsmitglied Milke.

Am 12-08-2003

Klimawandel

Angesichts der jüngsten Rekordhitze in Europa warnt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) vor den Folgen des menschengemachten Klimawandels und fordert stärkere Anstrengungen für den Klimaschutz im Verkehrsbereich. Gemessen am Klimaschutzziel der Bundesregierung, nach dem die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2005 im Vergleich zu 1990 um 25 Prozent gesenkt werden sollen, liege der Verkehr mit rund 170 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr immer noch ein Viertel über dem Soll.

Monika Ganseforth, Mitglied im VCD-Bundesvorstand: "Während sich bei Energieerzeugung und Wärmedämmung erste Erfolge der Klimaschutzanstrengungen bemerkbar machen, ist der Verkehr immer noch meilenweit vom Minderungsziel der Bundesregierung entfernt. Fortschritte in der Technologie werden durch die stetig wachsende Zahl von Fahrzeugen aufgefressen. Die aktuelle Rekordhöhe von 45 Millionen zugelassenen Pkw macht dies erschreckend deutlich."

Der VCD fordert daher, die Anstrengungen zum Klimaschutz im Verkehrsbereich erheblich zu verstärken. Die Einführung eines europaweiten Grenzwertes für das Treibhausgas CO2 von 120 Gramm pro Kilometer für Pkw sei ebenso erforderlich wie die langfristige Fortführung der Ökosteuer auf nationaler Ebene. Gleichzeitig müsse der Umweltverbund aus Bus, Bahn, Fahrrad und Zu-Fuß-Gehen deutlich gestärkt werden. Ganseforth: "Es bedarf eines ganzen Bündels von Maßnahmen, um den Ausstoß von Treibhausgasen auf der Straße und in der Luft schnell und kontinuierlich zu senken."

So seien auch hohe Wachstumsraten in bestimmten Bereichen des Flugverkehrs bedrohlich für das Klima, da sich die Emissionen gerade in großen Höhen als besonders klimawirksam erwiesen hätten. Eine angemessene Besteuerung von Kerosin, emissionsabhängige Start- und Landegebühren sowie die Aufhebung der Mehrwertsteuerbefreiung bei internationalen Flügen sind nach Ansicht des VCD daher dringend geboten.

Maßgebliche Klimaforscher betrachten die Wetterextreme der letzten Jahre wie auch die diesjährige Rekordhitze als Vorboten des Klimawandels, der dramatische ökologische, soziale und wirtschaftliche Folgen mit sich bringe. Als Hauptursache für den Klimawandel werde der Anstieg von Kohlendioxid in der Atmosphäre aufgrund menschlicher Aktivitäten angesehen. Da der Verkehr beim Verbrauch von Primärenergie mit rund einem Fünftel des gesamten Energieverbrauchs vor den Bereichen Haushalte, Industrie und Handel an der Spitze liege, komme der notwendigen Reduzierung von CO2 in diesem Bereich besondere Bedeutung zu.

Am 12-08-2003

Auch Tropenfische dank Klimawandel

Die deutsche Ostsee ist entgegen landläufiger Meinungen ein vergleichsweise fischartenreiches Meer. Darauf verwies am Donnerstag Wissenschaftler des Meeresmuseums Stralsund und der Universität Rostock nach drei Forschungsfangreisen in Seegebieten vor Mecklenburg-Vorpommern. Während der neuntägigen Untersuchungen des neuen Spezialschiffs "Strelasund" seien 28 Fischarten nachgewiesen worden, sagte Meeresbiologe Ralf Thiel in Stralsund.

In die feinmaschigen Schleppnetze gingen neben typischen Nutzfischen wie Hering, Aal, Sprotte, Dorsch, Steinbutt, Scholle, Flunder, Plötze und Zander auch seltene Arten wie der Stöcker, die zu den Plattfischen gehörende Kliesche und die früher in der südlichen Ostsee weit verbreitete Finte. Als spektakulär gilt der Fang von Sardellen. Das Auftreten der eher in tropischen Meeren vorkommenden Heringsart könne als weiteres Zeichen für die Klimaerwärmung gewertet werden, sagte Thiel. Darüber hinaus seien Sand-, Strand-, Schwarz- und Schwimmgrundeln, zwei Sandaal-Arten, der Wittling, die Grasnadel und der Seeskorpion aufgespürt worden.

Die Fangreisen sind Teil eines bis Ende 2004 dauernden Forschungsprojekts im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Dabei sollen Kenntnisse über das Spektrum nicht kommerziell genutzter Fischarten in der deutschen Ostsee deutlich erweitert werden, sagte BfN-Meeresbiologe Henning von Nordheim.

Nach Probefängen im Gebiet der besonders artenreichen Oderbank, des Adlergrundes und der westlichen Roennebank ist für November erstmals eine viertägige Expedition zur Erforschung der Seegebiete vor den Inseln Usedom und Greifswalder Oie geplant. Mit weiteren Fangreisen im kommenden Jahr wollen sich die Wissenschaftler unter anderem auch auf das Vorkommen von Neunaugen sowie seltenen Süßwasserarten wie Rapfen, Groppe, Steinbeißer und der zum "Fisch des Jahres 2004" gekürten Alse konzentrieren.

Am 23-10-2003

Tag des Wassers

Zum Tag des Wassers am 22. März 2004 wies die Deutsche Umwelthilfe auf die Bedeutung naturnaher Flüsse und Bäche für Menschen und Tiere hin. Der vom Menschen verursachte Klimawandel bedroht den Wasserhaushalt unserer Landschaft enorm. Dies zeige sich deutlich an den immer trockener und heißer werdenden Sommern. Die ausbleibenden Niederschläge und die Hitze im letzten Jahr hatten fatale Folgen für Flora und Fauna: der Anstieg der Wassertemperatur führte dazu, dass der Sauerstoffgehalt in Flüssen und Seen dramatisch sank, Fischsterben war die Folge.

Die Schifffahrt musste eingestellt werden. Atom- und Kohlekraftwerke mussten ihre Leistung deutlich herunterfahren. Speisten die Sommerniederschläge früher unsere Flüsse und Bäche und stellten einen stabilen Kreislauf sicher, verlagern sich diese Niederschläge mehr und mehr in den Winter. Auch die Schmelzwässer aus den Alpen, die ca. 40 Prozent des sommerlichen Rheinabflusses ausmachen, nehmen durch den Rückgang der Gletscher jedoch immer mehr ab.

Frei fließende Gewässer, die sich in Flussschlingen (Mäandern) durch die Landschaft ziehen können und breite Auen zur Verfügung haben, feuchte Wiesen und Moore reduzieren die Hochwassergefahr. Die Deutsche Umwelthilfe begrüßt deshalb das neue Hochwasserschutzgesetz als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Das Gesetz soll zukünftig verhindern, dass immer mehr Fläche versiegelt wird, Industrieanlagen und Gewerbeflächen in die Flussauen gebaut und dadurch erneut Milliardenschäden bei der nächsten Flutwelle entstehen.

Unter der Überschrift "Lebendige Flüsse" arbeitet die Deutsche Umwelthilfe seit 1995 daran, Flüsse und Bäche wieder zu Lebensadern der Landschaft zu machen. Flussrenaturierungen und die Schaffung neuer Überschwemmungsflächen stehen dabei von Beginn an im Mittelpunkt der Aktivitäten. In den Einzugsgebieten von Elbe, Neckar, Werra, Oder, Donau und Rhein hat die DUH erfolgreich Netzwerke aufgebaut. In diesem Jahr startet ein vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördertes Projekt zur Intensivierung der Arbeit in den Netzwerken.

Damit will die DUH einen Beitrag dazu leisten, neue Überschwemmungsflächen und frei fließende Flüsse und Bäche zu schaffen.

Am 23-03-2004

Investment in Zeiten des Klimawandels

In Deutschland sprechen nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Argumente gegen Investitionen in Kohlekraftwerke. Zu diesem Ergebnis kommt der WWF in einer am Mittwoch vorgestellten Analyse, die mögliche Investitionsstrategien von Energiekonzernen am Beispiel der RWE (Rheinisch Westfälische Elektrizitätswerke) unter die Lupe nimmt. "Bei einer anspruchsvollen Klimapolitik, ist die Gefahr durch Investitionen in Kohlekraftwerke, Milliarden in den Sand zu setzen, deutlich größer als bei emissionsarmen Gasturbinen", betont Regine Günther Leiterin des Referats Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland.

Der wachsende CO2-Ausstoß der Stromversorger stellt die Fortschritte im Klimaschutz zunehmend in Frage. In Deutschland stiegen die Emissionen der Kraftwerke von 1999-2002 um jährlich zwei Prozent, was einer Erhöhung um 6,3 Millionen Tonnen pro Jahr entspricht. Allein die RWE-Kraftwerke blasen jährlich 145 Millionen Tonnen und damit rund zwölf Prozent der deutschen CO2-Emissionen in die Luft. RWE ist der größte Einzelemittent in Europa. Investitionsentscheidungen haben infolgedessen großen Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg der deutschen Klimaschutzpolitik insgesamt. Aus diesen Gründen hat sich der WWF besonders mit dem Essener Konzern auseinandergesetzt.

In der jetzt vorgestellten Analyse kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass für RWE eine Strategie gefragt ist, die einen Brennstoffwechsel hin zu weniger kohlenstoffintensiven Energieträgern beinhaltet. Nur so könne selbst ein bescheidenes CO2-Minderungsziel erreicht werden. Ein allein auf Effizienzverbesserungen abzielender Ansatz, auf der die jetzige RWE-Strategie abzielt, sei in Bezug auf jegliche Klimaschutzziele nicht zielführend. Jede Investition in Kohle wie der geplante Bau eines zwei Milliarden Euro teuren Braunkohlekraftwerkes im rheinischen Revier berge aber auch "signifikante Risiken für Betriebskosten und Börsennotierung."

Der WWF rechnet vor, dass RWE seine Emissionen ohne Mehrkosten bis 2030 um mehr als ein Drittel senken könne, wenn das Unternehmen bei der notwendigen Erneuerung des Kraftwerkparks verstärkt auf Erdgas betriebene Anlagen setzt. Der zeitliche Horizont von konkreten Klimaschutzinstrumenten erzeuge ein Spannungsfeld zu den sehr langlebigen Investitionsprojekten der Stromwirtschaft. Vor diesem Hintergrund finden mit dem Emissionshandelssystem nicht feststehende monetäre Größen für die CO2-Emissionen Eingang in die Investitionsentscheidungen, sondern vielmehr Erwartungen zu den zukünftigen Entwicklungen von Klimaschutz, Emissionshandelssystem und Preisen für CO2-Zertifikate.

Am 26-05-2004

Energiekonferenz

Anlässlich der internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien hat der Naturschutzbund NABU vor den negativen Folgen des Klimawandels gewarnt. Ungebremste klimatische Veränderungen hätten nicht nur direkte Konsequenzen für das Leben der Menschen weltweit, sondern auch erhebliche Verschiebungen des ökologischen Gleichgewichts zur Folge. Der Klimaforscher Prof. Hartmut Graßl, Mitglied des NABU-Kuratoriums, und NABU-Präsident Olaf Tschimpke forderten daher entschlossene Schritte zum weltweiten Ausbau der Erneuerbaren Energien. "Ohne die Erneuerbaren Energien als dritte Säule neben Energieeinsparung und Steigerung der Energieeffizienz haben wir keine Chance, der Klimakatastrophe zu entkommen", sagte Tschimpke.

Schon heute seien die Folgen der Klimaveränderung in der Natur zu beobachten. So hätten Zugvogelarten ihren Zeitraum für den Heimzug im Frühjahr in den letzten 40 Jahren um durchschnittlich bis zu 11 Tage vorverlegt und viele zögen im Herbst auch später Richtung Süden, wie NABU-Vogelschutzexperte Dr. Markus Nipkow darstellte. Außerdem verlagerten immer mehr südeuropäische Vogelarten ihre Brutgebiete weiter nach Norden. Man müsse davon ausgehen, dass bei einem fortschreitenden Klimawandel ein drastischer Artenverlust in der Vogelwelt zu verzeichnen sein werde. "Anpassungsfähige Arten werden auf Kosten hochspezialisierter und weniger robuster Arten profitieren", so Nipkow.

Von der Konferenz erwartet der NABU deutliche Impulse für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Die gastgebende Bundesregierung forderte der NABU auf, mehr auf Koalitionen der Willigen als auf Konsens um jeden Preis zu setzen. "Politische Erklärungen, die alle Staaten inklusive die USA zu unterzeichnen bereit sind, haben kaum Substanz", so Tschimpke. Viel fruchtbarer seien Vereinbarungen kleiner Ländergruppen mit klaren Zielsetzungen sein.

Am 02-06-2004

Energiewende statt Klimawandel

Erneuerbare Energien stärken, mehr für Energieeffizienz tun und Investitionen in fossile Energieträger stoppen, das forderten die TeilnehmerInnen des YES2004, zu der 150 Jugendliche aus 16 Nationen an den Pfingsttagen in Bonn zusammengekommen waren. Eine solch radikale Umstrukturierung für eine zukunftsfähige Energiepolitik ist nach Ansicht der Jugendlichen notwendig, um die Energiewende zu schaffen. Außerdem soll es künftig eine echte Beteiligung Jugendlicher in Form eines Jugendkomitees geben, das die Jugend der Welt auf allen Energiekonferenzen vertritt.

"Ich fühle mich verantwortlich für die Umwelt, ich sehe mich als Teil dieser Welt und denke wir haben keine Zeit zu verlieren", erklärt Miriam Boschmann, Teilnehmerin des YES2004 und fügt hinzu: "Wir sind die EntscheiderInnen der Zukunft und wir sollten jetzt von der Politik angehört werden!" Sie nahm mit rund 400 Jugendlichen auch an der großen Abschlussaktion "Das Wunder von Bonn" teil, dem Fußballspiel zwischen den "Power renewables" gegen die "Dino Fossils" auf dem Bonner Münsterplatz, wo der Öffentlichkeit gezeigt wurde, warum Erneuerbaren Energien die Zukunft gehört. Bei der Siegerehrung übergaben die Jugendlichen ihren Forderungskatalog zur Energiewende, den sie während der Jugendkonferenz erarbeitet hatten, an die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Margareta Wolf.

"Ich werde die Forderungen auf der Sitzung der "Stakeholder" bei den renewables2004 vortragen, die ich leite" versprach die Staatssekretärin den Jugendlichen. Sie sei dankbar für die Erklärungen und Verträge "als Stimme der Jugend". Die Staatssekretärin griff auch die Forderung nach einer echten Beteiligung Jugendlicher direkt auf. Sie versprach in ihrem Büro ein Jugendkomitee für Erneuerbare Energien, bestehend aus Kindern und Jugendlichen einzurichten, in dem die Mitglieder des Jugendbündnis Zukunftsenergie vertreten sein werden.

Das Jugendbündnis Zukfunftsenergie, Veranstalter des YES2004, zeigte sich mit seiner Konferenz sehr zufrieden. "Die in einer Deklaration zusammengefassten Forderungen der Jugendlichen zeigen, dass sich die TeilnehmerInnen engagiert in den Workshops beteiligt und sich intensiv mit den verschiedenen Facetten Erneuerbarer Energien auseinandergesetzt haben", sagt Franz Hänsler vom Jugendbündnis Zukunftsenergie.

Das Jugendbündnis Zukunftsenergie ist eine gemeinsame Initiative aus der Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUNDjugend), der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB), dem Youth for Intergenerational Justice and Sustainability (YOIS) und der Naturschutzjugend (NAJU). Das Jugendbündnis Zukunftsenergie wird unterstützt von Germanwatch, dem Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie, AIESEC, dem Ökologiereferat des AStA Bonn.

Am 02-06-2004

Temperaturerhöhung

Nachdem der Klimawandel durch Temperaturerhöhungen und CO2-Zunahme in der Atmosphäre bereits messbar ist, lässt er sich auch an Pflanzen und Tieren in der heimischen Natur nachweisen. Das berichtet das Bundesamt für Naturschutz (BfN). So würden Pflanzen früher blühen und fruchten, Zugvögel im Winter nicht mehr fortziehen und die Bewohner der Meere ihr Wanderungsverhalten verändern. Viele Arten reagierten bereits auf die Klimaveränderungen, indem sie ihr Verhalten verändern, ihren Lebensrhythmus anpassen oder sich ihre Verbreitungsgebiete verschieben würden. Die Auswirkungen dieser Veränderungen seien dabei kaum vorhersagbar.

Es scheine aber absehbar, dass neue Arten mit noch unbekannten Eigenschaften einwandern und klimabedingte Artenverluste heimischer Arten zunehmen würden. Diese könnten in den nächsten Jahrzehnten sogar weitaus höher sein als es andere menschliche Gefährdungsfaktoren bisher jemals waren. ?In Deutschland könnten zwischen 5 und 30 Prozent der Arten aussterben.?, so der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz Hartmut Vogtmann. Wenn eine Reduktion der Klimaerwärmung nicht gelinge könnten nur größere, vernetzte Schutzgebiete genügend Ausweich- bzw. Wanderungsmöglichkeiten bieten.

Andere menschliche Einflüsse wie Nährstoffanreicherung und Luftverschmutzung wirkten dabei mit dem Klimawandel zusammen. Der Kuckuck sei ein Beispiel für die komplexe Auswirkung des Klimawandels: Seine "Opfer" kehrten inzwischen früher heim, aber er habe seinen Ankunftszeitpunkt nicht angepasst, so dass er bereits belegte Nester vorfinde. Als "Kompensation" weiche er auf höhere, kühlere Lagen aus. "Wie lange es aber Arten wie dem Kuckuck bei uns nicht "zu heiß" wird, ist fraglich" so Vogtmann. ?Um unsere Tier- und Pflanzenwelt nicht einem Experiment mit ungewissem Ausgang zu unterziehen, ist es erforderlich, den Klimaschutz weiter voranzutreiben. Dazu gehört auch die naturverträgliche Nutzung erneuerbarer Energien".

Die Ergebnisse der Studie basieren auf der Auswertung von 1.000 Literaturzitaten, die das Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Göttingen für das Bundesamt für Naturschutz (BfN) vorgenommen hat.

Am 07-09-2004

Teuer

Der durch die Menschen verursachte Klimawandel ist nach Auffassung des DIW Berlin gravierend und hat schwerwiegende Auswirkungen für die Volkswirtschaft. Werde in den kommenden Jahren der Ausstoß der Treibhausgase nicht vermindert und steige die Temperatur global um ein Grad Celsius, würden Naturkatastrophen in Deutschland voraussichtlich Schäden in Höhe von bis zu 137 Milliarden Euro im Jahre 2050 anrichten. Weltweit sei mit Zerstörungen in Höhe von 2 Billionen US-Dollar zu rechnen. In Europa seien künftig vermehrt extreme Hitzeereignisse, Fluten und Stürme in der Stärke von Hurrikanen zu erwarten. Bereits in den vergangenen drei Jahrzehnten seien die ökonomischen Schäden aufgrund extremer Wetterereignisse um den Faktor 15 gewachsen.

So habe die Hitzewelle 2003 in Europa Kosten von zehn bis 17 Milliarden Euro verursacht. Flexible klimapolitische Instrumente wie der Emissionsrechtehandel könnten das Ausmaß der Kosten einer Emissionsreduktion reduzieren.

Unterzeichne Russland, wie von der russischen Regierung angekündigt, vor Jahresende das Kyoto-Protokoll, werde dies die Kosten der Emissionsminderung für Europa und gerade auch für Deutschland erheblich mindern. Auch Russland selbst würde profitieren: Der Emissionsrechtehandel könnte dem Land Mehreinnahmen von 20 Milliarden US-Dollar einbringen.