Angeblich keine Zahlen über Straftaten in sächsischer Grenzregion verfügbar

Polizeigewerkschaft vermutet mehr Kfz-Diebstähle

Seit dem Wegfall der Grenzkontrollen Ende 2007 ist die Zahl der Straftaten in Sachsen nach Darstellung der Gewerkschaft der Polizei (GDP) deutlich gestiegen. Vor allem Eigentumsdelikte wie Kfz-Diebstähle und Einbrüche seien in den vergangenen drei Monaten häufiger aufgetreten, sagte ein GdP-Sprecher am 1. April in Dresden. Davon seien nicht nur einzelne Städte in der Nähe zu Polen und Tschechien, sondern die gesamte Grenzregion betroffen. Allerdings sei noch keine Statistik vorhanden, die diese Entwicklung mit Zahlen belege.

Konkrete Zahlen über die Entwicklung der Straftaten seit Einführung des freien Grenzverkehrs mit Polen und Tschechien nennt auch das Innenministerium in Dresden noch nicht. Der Zeitraum von drei Monaten sei einfach zu kurz, um "seriöse und verlässliche Zahlen" zu liefern, sagte Ministeriumssprecher Lothar Hofner. Dies sei erst im Sommer möglich.

Nach dem bisherigen Trend habe sich die Zahl der Delikte nach Einschätzung des Ministeriums nicht generell erhöht. Dennoch gebe es einzelne Regionen, wo Straftaten wie Kfz-Diebstahl signifikant gestiegen seien. Dies betreffe neben Görlitz auch teilweise die Region um Zittau. "Aber auch vor der Grenzöffnung hat es solche lokalen Brennpunkte gegeben", sagte Hofner.

Allein in Görlitz wurden seit Grenzöffnung im Dezember 2007 bis Ende Februar mehr als 40 Fahrzeuge entwendet, im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es nur drei. Für die Aufklärung dieser Taten wurde die Sonderkommission "Mobile" eingesetzt.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) beklagte am 1. April, die Innenminister der angrenzenden Bundesländer informierten nicht ausreichend über das Ausmaß der Straftaten. Die Zahlen über angezeigte Straftaten würden nicht herausgegeben, obwohl sie vorlägen, sagte BDK-Chef Klaus Jansen im Deutschlandfunk.