Verbraucherzentrale kritisiert "nicht gerechtfertigte" Gaspreise

Trotz Preissenkungen

Am 15. April hat das baden-württembergische Wirtschaftsministerium seine neueste Gaspreistabelle veröffentlicht, am 24. April folgte ein Gutachten zum Energiemarkt des Bundeslandes. Das Ministerium zieht eine positive Bilanz für die Verbraucher, weil eine Mehrheit der Gasversorger die Preise senkt. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bezweifelt jedoch, dass die gesunkenen Gasbezugskosten in ausreichendem Maß an die Verbraucher weitergegeben werden: "Die bisherigen Untersuchungen zeigen lediglich, dass Gasversorger ihre Preise auf hohem Niveau aneinander angleichen und stellen keine Rechtfertigung des Preises dar. Die jüngst veröffentlichte Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes zeigt, dass Gasversorger die Senkung ihrer Bezugskosten nur zur Hälfte an die Verbraucher weitergeben."

"Es besteht also überhaupt kein Grund, die Gasversorger für die gegenwärtigen Preissenkungen zu loben," meint Eckhard Benner von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. "Anhand der Gaspreistabelle wissen die Gasversorger jetzt ohne Mühe, wie gering Preissenkungen und wie hoch Preissteigerungen ausfallen können, ohne sich einem Preismissbrauchsverfahren auszusetzen." Mit der Gaspreistabelle lassen sich aber keine Preise rechtfertigen.

Das Gutachten des Wirtschaftsministeriums vergleiche lediglich Preisniveaus, kritisieren die Verbraucherschützer. "Ein Vergleich ungerechtfertigt hoher Preisniveaus ersetzt aber keinesfalls die gerichtliche Billigkeitsprüfung, damit ist das Gutachten vor Gericht nicht verwertbar" so Benner.

Die bisherigen Untersuchungen seien lediglich politische Reaktionen, die den öffentlichen Druck von den Gasversorgern nehmen sollten. "Das Ministerium muss jetzt endlich detailliert prüfen, ob die Gasversorger die Senkung der Bezugskosten auch vollständig an die Verbraucher weitergeben", fordert Benner.