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Marokko - Menschenrechtsverteidigern droht Gefängnis

Amina Mourad und Benasser Ismaini haben Betrug und Missbrauch bei der Vergabe von Mikrokrediten aufgedeckt und Opfern geholfen. Deswegen droht ihnen fünf Jahre Gefängnis ohne Bewährung. Das Urteil soll im Gericht von Ouarzazate am Dienstag, 17. Dezember 2013 verkündet werden. (Basar von Ouarzazate, Marokko - Foto: Theoliane, Wikimedia Commons)

Gespräche über Menschenrechte und Demokratie

Reise nach Marokko - Demokratie und Menschenrechte

Wie sehen engagierte Marokkaner_innen ihr Land? Als positive Ausnahme unter den arabischen Län­dern (éxception marocaine) wie der König und die staatlichen Medien? Als einen Ort, in dem Angst vor Spitzeln und Geheimpolizei allgegenwärtig ist? Glauben sie dass Nicht­regierungsorganisationen (NGOs) viel bewirken können im Hinblick auf Gerechtigkeit? Und wie sehen speziell Frauen ihre Lage? Antworten auf diese Fragen zu erhalten ist wegen der beschränkten Meinungsfreiheit äußerst schwierig. Vom 22. bis 26. September 2013 führte die Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland (IJAB) einen Study Visit nach Rabat, der Hauptstadt von Marokko, durch. Daran nahmen 11 Vertreter_innen aus der deutschen Jugendarbeit und Jugendbildung teil. Sie kamen in Kontakt zu vielen Akteur_innen von NGOs und der staatlichen Ebene, um sich zu informieren und eine Basis für eine zukünftige Zusammenarbeit herzustellen. Ich nahm als Vertreterin des AKE-Bildungswerks daran teil und berichte in drei Teilen darüber. (Foto: Stadtmauer von Rabat)

Marokko

Zehn Jahre Berufsverbot für unangenehme Bewertungen

Der marokkanische Journalist Ali Lmrabet ist am Dienstag wegen Verleumdung zu zehn Berufsverbot und umgerechnet 4.500 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Dies berichtete die Organisation "Reporter ohne Grenzen" (ROG) am Mittwoch. Lmrabet wurde angeklagt, weil er eine Bevölkerungsgruppe als Flüchtlinge nach UN-Kriterien bezeichnete. Die internationale Menschenrechtsorganisation zeigte sich "entsetzt über diesen Rechtsspruch". Es sei in Marokko "nie zuvor" jemand für ein derartiges Delikt so hoch bestraft worden. Bei seinem Gerichtsverfahren sei es zu zahlreichen "Unregelmäßigkeiten gekommen". In Lmrabets Fall sei es "offensichtlich," dass die marokkanischen Behörden ihn "zum Schweigen bringen" wollten. Er sei den Regierenden schon länger ein Dorn im Auge und habe kürzlich von einer anderen Behörde die Genehmigung für eine neue Zeitung erhalten. Das Urteil gebe Anlass zu großer Sorge über die Zukunft der marokkanischen Medien, da es einen Präzedenzfall liefere, der gefährliche Konsequenzen für die Journalisten im Land haben könnte, erklärte ROG.

Tag des Folteropfers

Systematische Folter in Marokko nachgewiesen

Systematische Folter, Misshandlungen, Haft ohne Kontakt zu Anwälten oder zur Familie über Monate, Todesurteile nach unfairen Verfahren - dies ist der Alltag Hunderter von Häftlingen im Témara-Haftzentrum nahe der marokkanischen Hauptstadt Rabat. Anlässlich des UN-Tags zur Unterstützung von Folteropfern (26. Juni) hat amnesty international (ai) dazu am Donnerstag einen Bericht veröffentlicht. Der Bericht belegt, wie Gefangene in Handschellen und mit verbundenen Augen verhört und geschlagen wurden.

Marokko

Zwei norwegischen Journalisten droht Ausweisung

Die marokkanischen Behörden haben gestern Morgen in Rabat zwei norwegische Journalisten festgenommen und diese zu unerwünschten Personen erklärt. Sie sollen nun ausgewiesen werden. Reporter ohne Grenzen verurteilt diese Einschränkung der Pressefreiheit in dem nordafrikanischen Land und fordert die umgehende Freilassung der zwei Journalisten. Die beiden sind vor vier Tagen in Marokko eingetroffen und wollten über die Unabhängigkeitsbewegung der Westsahara recherchieren. Die Stämme der Saharawis fordern in ihrem von Marokko besetzten Heimatland einen eigenen Staat.

Marokko

Journalist Ali Lmrabet und sechs weitere aus dem Gefängnis entlassen

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist erfreut über die Freilassung des marokkanischen Journalisten Ali Lmrabet aus dem Gefängnis. Am Mittwoch hatte König Mohammed VI Lmrabet und sechs weitere Journalisten in Rabat begnadigt. "Wir danken dem König für die Freilassungen und hoffen, dass zukünftig in Marokko kein Medienvertreter mehr wegen seiner beruflichen Tätigkeit inhaftiert wird," erklärte Robert Ménard, Generalsekretär der internationalen Menschenrechtsorganisation gestern in Paris.

Marokko

Reporter ohne Grenzen fordert Freilassung eines Karikaturisten

Die Menschenrechtsorganisation "Reporter ohne Grenzen" fordert sofortige Freilassung des hungerstreikenden inhaftierten Karikaturisten Ali Lmrabet. Reporter ohne Grenzen ist zutiefst besorgt um den Gesundheitszustand des in Marokko inhaftierten Karikaturisten Ali Lmrabet, der sich seit 6. Mai im Hungerstreik befindet und gestern ins Krankenhaus von Rabat verlegt werden musste. Nach Angaben des Arztes ist Lmrabet sehr schwach. Nachdem er keine Flüssigkeit mehr bei sich behält, musste er gestern an den Tropf gehängt werden. Er kann nicht mehr laufen und hat große Schwierigkeiten beim Sprechen.

Alternative Energien

Mehr Sonnenstrom in Marokko

In Marokko wird am heutigen Dienstag mit der 100. Photovoltaik-Anlage eines der größten Projekte dieser Art weltweit eingeweiht. Das Gesamtvorhaben, das von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit rund fünf Millionen Euro unterstützt wird, sehe die Ausstattung von 16000 Familien in ländlichen Regionen mit photovoltaischen Haushaltssystemen vor. Diese Familien hätten bisher keinerlei Zugang zu Strom, so die KfW. Die Bedeutung von photovoltaischen Anlagen in ländlichen Regionen Marokkos sei enorm, da nur 40 % der ländlichen Bevölkerung bisher Zugang zu Elektrizität hätten.