Sicherheitskomission unzufrieden mit Kernkraftwerk Leibstadt

Atomkraftwerke

Schon im August dieses Jahres stand das Kernkraftwerk Leibstadt(KKL)wegen bedenklicher Ereignisse während der Jahresrevision unter Beobachtung. Die aktuelle Kritik der HSK ist hart: "Die relativ grosse Zahl von Kündigungen erfahrenen Personals weist auf ein Unbehagen im KKL hin, welches sich auf die Sicherheitskultur auswirken dürfte." Dies schrieb HSK-Direktor Wolfgang Jeschki dem KKL Anfang November. "Wir haben das Werk darauf hingewiesen,dass bei weiteren Abgängen der Betrieb eingestellt werden müsste", liess sich HSK-Pressechef Anton Treier dazu gar vernehmen.

Die Allgäuer Zeitung schreibt dazu am Mittwoch einen ausführlichen Artikel. Nachdem bekannt geworden sei, dass zwei Operateure in Leibstadt Check-Listen ihrer Kontrollgänge gefälscht hatten, wertete HSK-Direktor Jeschki dies laut Sonntagspresse als "erhebliches Defizit der generellen Sicherheitskultur, was durch weitere Vorkommnisse (Brände im Stillstand) und den Umstand, dass immer mehr Unterlagen verspätet und mit ungenügender Qualtität eingereicht werden, erhärtet wird."

Hat das Kernkraftwerk Leibstadt ein Sicherheitsproblem? Leo Erne, KKL-Informationschef, verneint: "Leibstadt funktioniert sicher", sagt er. Und auch mit Blick auf die Personalsituation gibt es für Erne keine Zweifel: "Der Mensch ist zwar ein Sicherheitsfaktor, in Leibstadt aber nicht mehr und

nicht weniger als anderswo." Nicht in Abrede stelle das KKL, dass es in den vergangenen Monaten zu einigen Abgängen von Sicherheits-Operateuren gekommen ist. "Wir haben diese Abgänge so nicht erwartet", gibt Erne zu. Diese seien allerdings sehr unterschiedlich begründet, führt er aus.

Und die aktuelle Situation? "Wir fahren sechs intakte Schichten mit je acht Leuten", sagt Erne. Probleme bekäme das KKL nur, wenn ein erneuter Exodus einsetzte. Ein solcher sei aber nicht in Sicht. Zudem laufe ein gezieltes Nachfolgeprogramm, um allfällige Engpässe zu überbrücken. Ansonsten hätte die HSK dem KKL nach der Jahresrevision wohl auch nicht die Freigabe erteilt.