Reporter ohne Grenzen fordert Kriegsberichterstattung ohne Hindernisse

Pressefreiheit

Die internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit, Reporter ohne Grenzen, fordert in einer offiziellen Erklärung die US-Behörden auf, die Berichterstattung über den bevorstehenden Irak-Krieg nicht zu behindern. Es sei zu befürchten, dass Journalisten, die innerhalb der US-Streitkräfte arbeiten, zensiert werden könnten. Darüber hinaus seien die Journalisten in Gefahr, die nicht unter der Kontrolle und dem Schutz des amerikanischen Militärs arbeiteten.

Die sogenannte "Politik der Einbettung" ist vom US-Verteidigungsministerium als Möglichkeit präsentiert worden, unmittelbar vom Kampfgeschehen aus zu berichten. Die 'eingebettenen' Journalisten mussten sich jedoch verpflichten, bestimmte Regeln einzuhalten.

Reporter ohne Grenzen sehe zwar in dieser Initiative ein verändertes Vorgehen des Pentagon im Vergleich zur restriktiven Informationspolitik während es Golf-Krieges 1991, melde aber gleichzeitig Bedenken an: Die Anwendung der "50 Punkte-Vereinbarung" für die Berichterstatter werde zeigen, ob Journalisten frei und unabhängig berichten könnten. Die Richtlinien regelten, welche Informationen verbreitet werden dürfen und welche nicht. Die Unterscheidung bleibe aber extrem vage. In letzter Instanz würden die Kommandanten der Einheiten entscheiden, ob und welche Information als vertraulich oder nicht vertraulich eingestuft würden.

Des Weiteren kritisiert Reporter ohne Grenzen, dass nach Artikel 6 der Richtlinie eine Nachrichtensperre verhängt werden könne, wenn Nachrichten "die Sicherheit der Operationen" gefährden könnten. Welche Nachrichten darunter fielen und wie lange die Nachrichtensperre dauern könne, sei nicht genau festgelegt. Auch in diesen Fragen würden letztlich die militärischen Kommandanten vor Ort entscheiden.