Besonders Kinder leiden unter Angst vor Abschiebung

Bleiberecht für jahrelang geduldete Flüchtlinge

Über 200.000 Menschen sind in Deutschland behördlich "geduldet", haben aber kaum Rechte und müssen ständig mit Abschiebung rechnen. Besonders Kinder und Jugendliche leiden unter dieser belastenden Situation. Das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes appelliert deshalb an die Innenminister von Bund und Ländern, auf ihrer Konferenz am Donnerstag einer großzügigen Bleiberechtsregelung zuzustimmen. Besonders Familien mit Kindern, die in Deutschland aufgewachsen sind, sollten nach drei Jahren der "Duldung" ein Aufenthaltsrecht bekommen. Für Minderjährige, die ohne Familie nach Deutschland geflohen sind, sollte dies nach zwei Jahren geschehen.

"Häufig bekomme ich Anrufe von Menschen, deren Nachbarn oder Freunde seit fünf oder mehr Jahren in Deutschland leben, hier arbeiten, ihre Kinder in die Schule schicken und auch sonst gut integriert sind, aber plötzlich eine Abschiebungsandrohung erhalten haben", so Iris Stolz, Referentin für Flüchtlingskinder bei terre des hommes. "Dass unsere Gesetze das möglich machen und nichts dagegen getan werden kann, lässt diese Menschen an unserer politischen und menschlichen Kultur zweifeln."

terre des hommes fordert deshalb die Konferenz der Innenminister auf, auch humanitäre Grundsätze zur Maxime ihrer Politik zu machen und besonders den Kindern, deren Zuhause in Deutschland ist, durch ein Aufenthaltsrecht endlich ein angstfreies Leben zu ermöglichen.