Gedenken an ermordete Juden, Polen, Roma und sowjetische Kriegsgefangene

Festakt in Auschwitz

Rund 2000 Überlebende und mehr als 40 Staats- und Regierungschefs gedenken am Donnerstag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee vor 60 Jahren. Die Todesfabrik ist für die ganze Welt zum Symbol für Terror, Völkermord und Holocaust geworden. Im polnischen Auschwitz-Birkenau ermordeten die Nazis nach unterschiedlichen Schätzungen 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen, der Großteil der Opfer waren Juden. Die meisten Häftlinge wurden von Februar 1942 bis November 1944 in fabrikmäßig betriebenen Gaskammern mit Zyklon B umgebracht. Unter den Opfern waren Historikern zufolge auch mehr als 140 000 Polen, rund 20 000 Roma und Sinti, über 10 000 sowjetische Kriegsgefangene und 10 000 bis 20 000 politische Häftlinge, Homosexuelle und überzeugte Christen.

In Viehwaggons einpfercht waren die Opfer von der Reichsbahn in das Vernichtungslager transportiert worden. Bereits auf den Ankunftsrampen kam es zur Selektion. Greise, Frauen und Kinder wurden umgehend in die Gaskammern getrieben, die Arbeitsfähigen zur Zwangsarbeit bestimmt, für medizinische Experimente missbraucht und später aufgehängt oder einfach zu Tode geprügelt.

An das Leid der Häftlinge werden bei der Gedenkfeier Überlebende des Lagers erinnern. Der frühere Auschwitz-Häftling Wladyslaw Bartoszewski spricht für die polnischen, die frühere französischen Gesundheitsministerin Simone Veil für die jüdischen Opfer. Sie war 1944 im Alter von 17 Jahren nach Auschwitz deportiert worden. Romani Rose hält eine Ansprache im Namen der ermordeten Sinti und Roma.

Nach einer verlesenen Botschaft von Papst Johannes Paul II ergreifen Kwasniewski, Putin, und Katzav das Wort. Zum Abschluss werden ehemalige Häftlinge, Veteranen der Roten Armee und die Staatsgäste Kerzen entzünden am Mahnmal der Opfer des Faschismus in Birkenau.