Erneuter Defekt an Castorbehälter in Gorleben

Atommüll-Zwischenlager

Im Atommüll-Zwischenlager Gorleben ist es zu einem Defekt an einem der dort abgestellten Castorbehälter gekommen. Wie die Betreibergesellschaft BLG am Mittwoch (4. März) mitteilte, haben Mitarbeiter inzwischen einen Druckschalter im Deckel des Behälters ausgetauscht. Der Druckschalter überwacht den Angaben zufolge den Druck zwischen dem Primär- und dem Sekundärdeckel des Castorbehälters und damit dessen Dichtheit. Die Dichtheit sei zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt gewesen, sagte BLG-Sprecher Jürgen Auer. Ein solcher Defekt an einem Castorbehälter sei nicht zum ersten Mal aufgetreten, betonte die niedersächsische Linksfraktion unter Berufung auf Angaben des Landesumweltministeriums. Der Vorgang sei gravierend und besorgniserregend, sagte der umweltpolitischer Sprecher der Fraktion, Kurt Herzog. Es handele sich vermutlich um eine Druckveränderung zwischen dem Primär- und dem Sekundärdeckel des Behälters: "Das heißt: Grundsätzlich könnte dann auch der Behälter selbst undicht sein", so Herzog.

Der BLG zufolge hatte ein Selbstüberwachungssystem den Defekt angezeigt. Der Behälter sei daraufhin in den Wartungsraum des Lagers transportiert und überprüft worden. Dann wurde der Schalter ausgewechselt.

"Wenn dieser Fehler an den Behältern häufiger auftritt, muss das gesamte Transportsystem geprüft werden", so Herzog. Er forderte die BLG und das Ministerium auf, umgehend vollständige Einsicht in die Vorgänge zu gewähren.

Im oberirdischen Gorlebener Zwischenlager für hoch-radioaktiven Atommüll stehen bislang 91 Castorbehälter . Zuletzt wurden im vergangenen November elf Behälter aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague eingelagert. Die Halle verfügt über insgesamt 420 Castor-Stellplätze. Daneben gibt es ein weiteres Zwischenlager für schwach- und hochradioaktiven Müll.

Das am Standort Gorleben seit langem geplante unterirdische Endlager für hoch-radioaktiven Atommüll konnte wegen Zweifeln an der Langzeitsicherheit bislang nicht in Betrieb genommen werden. Atomkraftgegner bezweifeln, dass der Standort sicher ist. Obwohl in Deutschland seit Jahrzehnten Kernkraftwerke betrieben werden, ist bislang noch nicht ein Kilogramm des hoch-radioaktiven Kernbrennstoffs entsorgt.