Wirtschaftsexperten rechnen mit vier Millionen Arbeitslosen zum Jahresende

Massenarbeitslosigkeit

Wirtschaftswissenschaftler erwarten eine weitere Verschlechterung der Lage am deutschen Arbeitsmarkt. "Der Tiefpunkt ist noch nicht erreicht", sagte der "Wirtschaftsweise" Jürgen Kromphardt im Vorfeld der am Mittwoch anstehenden Arbeitslosenzahl für August. Sein Kieler Kollege Horst Siebert prognostiziert 3,8 Millionen Arbeitslose im Durchschnitt des Jahres 2002. "Bundeskanzler Schröders 3,5-Millionen-Ziel ist nicht mehr zu realisieren", sagte er. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus F. Zimmermann, erwartet frühestens 2003 sinkende Zahlen.

Der Chef des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel , Siebert, geht bis zum Ende des Jahres von einem "deutlichen Überschreiten" der Vier-Millionen-Marke bei der Arbeitslosigkeit aus.

Dem schließt sich Kromphardt, der Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist, an. Mit einer Erholung am Arbeitsmarkt rechnet er erst im Zuge eines konjunkturellen Aufschwungs ab Frühjahr kommenden Jahres. "In diesem Jahr wird es damit wohl nichts mehr", sagte der "Wirtschaftsweise".

DIW-Präsident Zimmermann rechnet nicht mit einer mittelfristigen Verringerung der Arbeitslosenzahl. Frühestens 2003 werde die Zahl wieder sinken, sagte er.