Grüne unterstützen Bombardierung Afghanistans

Schlauch und Roth

Die Grünen unterstützen die weitere Bombardierung Afghanistans. Damit solle das Taliban-Regime beseitigt werden, welches einst mit Unterstützung durch die USA an die Macht gekommen war. "Wir würden uns auch schuldig machen, wenn wir dem Treiben der Terroristen untätig zusehen würden", sagte Fraktionschef Rezzo Schlauch am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Eine militärische Antwort müsse aber in eine politische Lösung "eingebettet" werden.

Schlauch bezeichnete es als "überlegenswert", die Angriffe auf Ziele in Afghanistan für einige Tage zu unterbrechen. Das liege im Interesse der Flüchtlinge und der Menschen in dem Land. Auch könnte es dazu beitragen, die Anti-Terror-Allianz mit islamischen Staaten aufrecht zu erhalten.

Dem Einsatz von Streubomben durch die US-Armee stand Schlauch skeptisch gegenüber. Dies könne nur "im Einzelfall" zu rechtfertigen sein, beispielsweise bei Angriffen auf militärische Einrichtungen. Deshalb komme es auf "Zielgenauigkeit" an.

Grünen-Chefin Claudia Roth verurteilte den Einsatz von Streubomben: "Diese Waffen verteilen Minen in einem Land, das ohnehin schon die meisten Minen der Welt aufweist", sagte sie der "Berliner Zeitung" zum Abschluss eines zweitägigen Besuchs in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Nach Schätzungen von Experten ist Afghanistan nach 22-jährigem Bürgerkrieg und zehnjähriger sowjetischer Besatzung in den 80er-Jahren mit etwa zehn Millionen dieser tückischen Sprengsätze übersät.

Als erste Grünen-Spitzenpolitikerin forderte sie aber eine internationale Schutztruppe für Afghanistan. "Wir müssen überlegen, wie bei einem Machtvakuum in Afghanistan die Gefahr eines Chaos verhindert werden kann". Eine solche Truppe könnte durch Blauhelme oder Polizeikräfte gestellt werden.