Bewohner protestieren gegen Dorfabriss - Lacoma bleibt besetzt

Braunkohle

Die Besetzer der Kulturscheune in Lacoma bei Cottbus protestieren weiter gegen den vorzeitigen Abriß des Ortes für den Braunkohletagebau. Der Lacoma-Verein sowie die Besetzer wenden sich heute in einem gemeinsamen offenen Brief an den Kohlekonzern Vattenfall. "Es wird sich zeigen, ob Vattenfall wirklich Gespräche will oder ob das Angebot des Konzerns nur eine Image-Trick ist", sagt Daniel Häfner, der Sprecher der Lacoma-Aktivisten.

In den nächsten Tagen droht die Räumung der besetzten Kulturscheune. Bereits am Montag war Polizeieinsatz nötig, um den Abriß eines Hauses in Lacoma durchzusetzen. Am Dienstag blieb die Lage zunächst entspannt. Der Abriß der Häuser soll Platz für Entwässerungsleitungen machen, die zur Vorbereitung des Braunkohletagebaus dienen. Diesen Rohren fehlt die umweltrechtliche Genehmigung, argumentieren die Umweltschützer. Die vom Tagebau bedrohten Lacomaer Teiche sind eine der wertvollsten Landschaften Südbrandenburgs.

In dem offenen Brief heißt es: "Wir sehen durchaus Möglichkeiten, in weiteren Verhandlungen aufeinander zuzugehen, wenn Vattenfall bereit wäre, über den Zeitplan der Abrisse und den Umgang mit Grundstücken innerhalb Lacomas zu reden. Wir sind der Meinung, daß dies den Bergbau finanziell weitaus weniger belasten würde, als ein Grundstück außerhalb Lacomas zur Verfügung zu stellen."

Weiter schreibt der Lacoma e.V. Freunde von Lacoma: "Das Künstlerdorf Lacoma mit seinem besonderen Potential des Kulturschaffens ist von unten gewachsen und von einer Einheit von Wohnen, Arbeiten und Leben gekennzeichnet. Die Kulturscheune ist Zentrum und Symbol dieses Lebens und nicht Selbstzweck. Mit einem isolierten Veranstaltungsraum an anderer Stelle wäre dem Kulturschaffen von Lacoma kein Dienst erwiesen. Der Lacoma e.V. wird aufgrund gültiger Verträge voraussichtlich bis Mitte 2005 im Dorf präsent und aktiv bleiben. So lange wird er auch seine Kulturarbeit innerhalb des Dorfes leisten. Eine Teilung kann er weder leisten noch akzeptieren."