Blei schon bei niedriger Konzentration riskant für Kinder

Geschädigt

Bleivergiftungen von Kindern dürften in Großbritannien ein größeres Problem darstellen als bisher angenommen. Die WHO gibt an, Kinder sollten keiner höheren Konzentration als 100 Mikrogramm/Liter ausgesetzt sein. Toxikologen der Abteilung für chemische Risiken und Gifte sagen, dieses Niveau sei nicht angemessen für Kinder, da schon niedrigere Levels die neurologische Entwicklung beeinträchtigen könnten. Blei wird in der grauen Gehirnmasse gespeichert und sei besonders für Kinder gefährlich, weil sich deren Gehirne in den frühen Lebensjahren noch entwickeln. US-Experten vermuten daher eine neurologische Beeinträchtigung sogar schon bei niedrigeren Blutlevels.

Derzeit seien viele Kinder in Großbritannien versehentlich niedrigen Konzentrationen von Blei ausgesetzt. Beispielsweise in Gebäuden, wo bleihältiger Anstrich übrig ist, könnten die Kinder Blei einatmen oder sogar essen, wenn die Farbe abblättere. Der Verkauf von bleihältiger Farbe wurde in den späten 1980er Jahren verboten.

Laut Toxikologien Virginia Murray scheinen auch schon niedrige Konzentrationen eine Gefahr darzustellen. Dieses Jahr wurden der Health Protection Agency fünf Fälle von Bleivergiftungen bei Kindern gemeldet, die Dunkelziffer könne aber viel höher liegen.