Wissenschaftler sehen letzte Zweifel an Erderwärmung beseitigt

Sonnenschutz für Meßgeräte

Das Rätsel um unterschiedliche Messungen zur Klimaerwärmung am Boden und in größerer Höhe scheint gelöst. Presseberichten zufolge haben Wissenschaftler der US-amerikanischen Universität Yale in New Haven in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "Science" erklärt, Grund seien wahrscheinlich die Meßgeräte der Wetterballons. Diese seien bislang besonders gegen vor Sonneneinstrahlung geschützt worden, was zu niedrigeren Messungen geführt habe. Nach der Korrektur habe sich für die vergangenen 30 Jahre ein Anstieg von 0,2 Grad Celsius pro Dekade ergeben. Skeptikern galten die unterschiedlichen Messungen bislang als Beleg für ihre Zweifel an der Erderwärmung durch den von Menschen verursachten Ausstoß von Treibhausgasen.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) ist der Ansicht, dass sich durch die Klimaerwärmung heute schon in Deutschland durch Zecken übertragene Krankheiten wie die Borreliose ausbreiteten.

Der Umweltverband verwies zudem auf einen aktuellen Bericht der englischen Zeitung "Guardian". Diese hatte von Forschungsergebnissen berichtet, nach denen der sibirische "Perma-Frost"-Boden zum ersten mal seit der letzten Eiszeit taue. Die Forscher hatten Befürchtungen geäußert, dass sehr große Mengen an Methan dadurch frei werden könnten, die wiederum den Treibhauseffekt erheblich beschleunigen würden.

Wenn die Industriestaaten die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas nicht entscheidend reduzierten, werden die Folgen nicht mehr zu beherrschen sein, fürchtet der BUND.

Auf internationaler Ebene müsste nach Ansicht des BUND das so genannte Kyoto-Protokoll für die Zeit nach 2020 weiterentwickelt werden. Das heißt, die Industrie- und Schwellenländer müssten weitergehende Reduktionsziele zusagen.

Auf nationaler Ebene gibt es laut BUND "noch große Reserven beim Klimaschutz". Der BUND fordert, bei der Erneuerung des deutschen Kraftwerksparks die Energieträger Kohle und Atom durch regenerative Energien und dezentrale Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen zu ersetzen. Außerdem könnten mehrere hunderttausend neue Arbeitsplätze bei der Wärmedämmung von Gebäuden und der Anwendung neuer Techniken zur Stromeinsparung geschaffen werden.