Putenmastskandal
Greenpeace fordert Verzicht auf italienische Puten mit Gen-Soja und Antibiotika
"Erst tun Kaufhof und Tengelmann so, als handelten sie im Interesse der Kunden. Einige Tage später schieben sie die Puten wieder klammheimlich ins Regal, als sei nichts gewesen", sagt Alexander Hissting, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. "Wir fordern die Supermärkte auf, die A.I.A.-Produkte erst wieder ins Regal zu legen, wenn sich der Konzern zu einer besseren Tierhaltung verpflichtet und kein Gen-Soja mehr verfüttert."
Die meisten Geflügelmäster in Deutschland verzichten bereits auf Gen-Soja im Tierfutter. Auch viele andere Produzenten in Europa halten sich daran. Dagegen arbeitet von den sieben A.I.A.-Futtermittelwerken nur eines mit gentechnikfreier Ware. Greenpeace fordert, Gen-Soja aus Futtermitteln zu entfernen. Dabei geht es um etwa 15 Mio. Tonnen genveränderte Soja, die die EU jährlich einführt. Das ist die Hälfte der gesamten importierten Gen-Soja. Der größte Teil wird ohne jede Kennzeichnung als Tierfutter verwendet und gelangt so gegen den Willen der Verbraucher in die Nahrungskette.
Problematisch sind nach wie vor auch die Antibiotika-Rückstände in den A.I.A.-Produkten: Nach den Greenpeace-Untersuchungen im Sommer, die in 82 Prozent der untersuchten Knochen Tetracyclin nachwiesen, fanden die Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover im September in 75 Prozent der Proben abermals Rückstände. Erst im Oktober und November waren die Werte niedriger.
Doch der Agrarkonzern A.I.A., mit Sitz in Verona / Italien, will die Haltungsbedingungen der Tiere bislang nicht ändern, die zu dem hohen Einsatz von Antibiotika führen. Daher liegt für Greenpeace die Vermutung nahe, dass er inzwischen einfach auf andere Medikamente ausweicht, die sich schwerer nachweisen lassen. Der massenhafte Einsatz von Antibiotika in den Ställen gefährdet auch den Menschen. Krankheitserreger werden so unempfindlich. Ärzte warnen schon lange, dass dadurch immer mehr Antibiotika beim Menschen nicht mehr wirken.
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Am 29. Nov. 2002 unter:
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« Ärzte ohne Grenzen fordert mehr Geld für HIV-Patienten in armen Ländern
Krankenkassen klagen Ärzte der Geldverschwendung an »

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