Meldung weiterer Vogelschutzgebiete nutzt Mensch und Tier

Brandenburg

Der Naturschutzbund NABU in Brandenburg begrüßt die gestrige Kabinettsentscheidung, 19 weitere Gebiete als Europäische Vogelschutzgebiete an die Europäische Union zu melden. Damit kommt das Land seinen Verpflichtungen aus der EU-Vogelschutzrichtlinie nach, die es eigentlich schon bis 1991 hätte erfüllen müssen. Die Ausweisung der Gebiete kam unter dem Druck eines laufenden Vertragsverletzungsverfahrens der EU gegen Deutschland zustande.

Wenig Verständnis zeigte Kirschey für die Widerstände gegen die Vogelschutzgebiete vor allem in der Uckermark. Aktuellen Statistiken zufolge ist die Zahl der Übernachtungen in der Uckermark in einem Jahr um 27,7 Prozent gestiegen, so stark wie nirgendwo sonst in Brandenburg. "Die Leute kommen doch wegen der tollen Natur in die Uckermark", so Kirschey. Die Vogelschutzgebiete werden die Entwicklung der Region nach Auffassung des NABU fördern und nicht behindern, wie manche Kreispolitiker befürchten.

Landesvorsitzender Tom Kirschey lobte das Verfahren der Gebietsauswahl durch das Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung. Die angesetzten fachlichen Kriterien würden weitgehend den EU-Anforderungen Rechnung tragen. "In einigen Fällen, z.B. in der Uckermark und in der Bergbaufolgelandschaft, wurden Flächen aus politischen Gründen ausgeklammert. Hier erwarten wir noch Nachforderungen der EU", so Kirschey.

Insgesamt aber bringen die Meldungen das Land der Umsetzung des europäischen Naturschutzrechtes einen entscheidenden Schritt näher. Nun kommt es darauf an, den Vogelschutz in den Gebieten wirksam umzusetzen. Kirschey: "Die Vogelschutzgebiete sichern die Zukunft von Seeadler, Kranich und Wiedehopf in Brandenburg. Bei geschickter Umsetzung der Schutzvorschriften garantieren sie gemeinsam mit den FFH-Gebieten eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung des Landes, die nicht auf Kosten der einzigartigen Naturschätze geht."