Buch über Emissionshandel zeigt Mängel der Klimaschutzpolitik auf

Handel statt Handeln

Die nach dem ehemaligen UN-Generalsekretär benannte Dag-Hammarskjöld-Stiftung veröffentlichte parallel zur 12. Klimaschutzkonferenz in Nairobi ein Buch, das den Schluss zieht: Das Emissionshandelssystem sei "sowohl ineffektiv als auch ungerecht" und fördere faktisch die weitere, die Erde anheizende Ausbeutung der fossilen Brennstoffe, statt sie zu stoppen. Eine klare Absage an die Unterzeichnern des Kyoto-Protokolls und Befürworter des so genannten Emissionshandels. "Emissionshandel ist schlecht für den Süden, schlecht für den Norden und schlecht für das Klima. Er ist der absurdeste und unmöglichste Markt, den die menschliche Zivilisation jemals gesehen hat", sagt der indische Forscher Soumitra Ghosh.

Das Buch „Scandal of Carbon Trading“ (Der Skandal des Kohlenstoff-Handels) beschreibe unter anderem, wie es möglich war, dass das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) im Verbund mit Nichtregierungsorganisationen wie WWF und dem von Firmen wie Monsanto, Shell und BP mitfinanzierte World Resources Institute (WRI) auf einen Markt orientierten, neuliberalen Mechanismus eingeschworen wurde.

Die Autoren behaupten, die vom IPCC entworfenen CDM-Projekte (Clean Development Mechanism - Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung) wie Holzplantagen könnten den aus fossilen Quellen stammenden Kohlenstoff nicht wirklich "neutralisieren". Statt das Klima vor weiterem fossilen Kohlenstoff zu schützen, förderten sie lediglich die gefährliche Illusion, dass die heutigen Konsum- und Produktionsgewohnheiten vor allem in den Industriestaaten weiter fortgesetzt und auch noch die restlichen Vorkommen an Erdöl, Erdgas und Kohle weiter ausgebeutet werden könnten.