Bundeswehreinsatz in Afghanistan kostete bisher 1,9 Milliarden Euro

Weitere 400 Millionen Euro zugesagt

Auch Kriege werden stets in Euro und Dollar beziffert. Militäreinsätze wurde auch immer wieder wegen der hohen Kosten beendet, nicht unbedingt wegen der zu Tode gekommenen Menschen. Nach Angaben der Bundesregierung hat der 2002 begonnene Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr bislang 1,9 Milliarden Euro gekostet. Das geht aus der am 26. September veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor. Die Aufwendungen für den "zivilen Wiederaufbau" beziffert die Regierung bisher auf 550 Millionen Euro. Bis 2010 seien weitere 400 Millionen Euro zugesagt.

Die Bundesregierung sieht weiter "erhebliche Defizite" auf dem Weg Afghanistans zu einem dauerhaften Frieden. Zwar übten die Taliban nirgendwo effektiv und dauerhaft territoriale Kontrolle aus. Sie nutzten aber gezielt Zivilisten als Schutzschilde und bedienten sich bedenkenlos terroristischer Mittel, so die deutsche Bundesregierung über die einst von den USA unterstützten Machthaber des asiatischen Landes.

Sicherheit herzustellen sei ein wesentliches Kriterium für die Legitimität der afghanischen Regierung. Deren "oft unzureichende Qualität" bei der Führung der Regierungsgeschäfte gehöre zu den Ursachen dafür, dass sich mancher Afghane wieder den Taliban zuwende.

Die Sicherheitslage in Afghanistan bewertet die Bundesregierung als "sehr schwierig" - vor allem in den Kerngebieten der Taliban im Süden und Osten des Landes. Die Zentralregierung in Kabul sei aber nicht gefährdet.